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13.03.2014

Schwangerschaftsabbrüche - Frauenärzteverband schlägt kostenlose Verhütung bis 25 Jahre vor

Erneut ist die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche in Deutschland von 2012 bis 2013 zurückgegangen. Von 10.000 Frauen im Alter zwischen 15 und 49 Jahren haben im vergangenen Jahr nur noch 56 Frauen eine Schwangerschaft abgebrochen. Dieser Wert liegt um 3,4% niedriger als im Jahr 2012. Bei Jugendlichen und jungen Frauen zwischen 15 und 19 Jahren liegt die Zahl der Abbrüche bei dem weltweit niedrigsten Wert von 32 Abbrüchen auf 10.000 junge Mädchen und Frauen.
 
„Schwangerschaftsabbrüche sind immer ein guter Anzeiger dafür, wie offen in einer Gesellschaft über Sexualität und Verhütung gesprochen werden kann, wie selbstbestimmt und verantwortungsvoll Mädchen und Frauen mit ihrer Sexualität und Partnerschaft umgehen können und natürlich auch dafür, wie gut erreichbar eine sichere Verhütung ist“, erläutert Dr. med. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte. „Dass Mädchen und Frauen in Deutschland ein gesetzlich verankertes Recht auf die kostenlose Beratung und Untersuchung zur Empfängnisregelung haben, und dass die Antibaby-Pille und die Pille danach für junge Frauen bis 20 Jahre von den Krankenkassen bezahlt wird, sind entscheidende Faktoren für die niedrige Zahl an Schwangerschaftsabbrüchen. Vielleicht sollte man darüber nachdenken, diese Altersgrenze zumindest für bestimmte Einkommensgrenzen anzuheben. Denn fast ein Viertel der Abbrüche, nämlich 23,1%, werden bei Frauen zwischen 20 und 25 Jahren vorgenommen.“
 
Ein weiterer wichtiger Faktor, um Schwangerschaftsabbrüche zu vermeiden, ist eine schnell erreichbare Notfallverhütung mit der bestmöglichen Methode. „Über die bundesweit einheitliche Nummer 116117 wird eine Frau jederzeit auch außerhalb der Praxis-Öffnungszeiten mit dem nächsten kassenärztlichen Bereitschaftsdienst verbunden“, so Albring. „Diese Bereitschaftsdienste sind immer überkonfessionell; sie sind damit verpflichtet, einer Frau eine Notfallverhütung zu verschreiben, wenn sie ungeschützten Sexualkontakt hatte und eine Schwangerschaft vermeiden will.“ Auch die Kosten für die Notfallverhütung für junge Frauen bis 20 Jahre übernehmen die Krankenkassen. Beim ärztlichen Bereitschaftsdienst fallen darüber hinaus auch keine weiteren Kosten für die Beratung an, anders als in den Ambulanzen mancher Krankenhäuser, die nicht diesen kassenärztlichen Bereitschaftsdiensten angeschlossen sind. Hier könnte es passieren, dass Frauen die Beratung im Zusammenhang mit der Notfallverhütung privat bezahlt werden muss.

Quelle: Statistisches Bundesamt, 13.03.2014 https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/2014/03/PD14_097_233.html;jsessionid=7E7314A50D64456F0FFA5BE8F72421EE.cae1

© BVF 2014


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