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31.01.2014

Forschungsprojekt will psychosoziale Versorgung junger Krebspatienten verbessern

Mit 250.000 Euro fördert die Deutsche Krebshilfe ab Januar 2014 über einen Zeitraum von drei Jahren das Projekt „Ich bin doch noch so jung!" am Universitätsklinikum Leipzig. Die Abteilung für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie untersucht die Lebenszufriedenheit, die Versorgungssituation und den Unterstützungsbedarf von Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die an Krebs erkrankt sind. Auf Grundlage der Resultate werden Unterstützungsangebote entwickelt, die den jungen Patienten helfen sollen, die mit der Krankheit verbundenen Belastungen besser zu bewältigen.

„Deutschlandweit erkranken jährlich etwa drei bis fünf Prozent der jungen Erwachsenen an Krebs. Die Heilungschancen dieser Patienten sind zwar überdurchschnittlich gut, dennoch sind sie im Vergleich zu Gesunden ihrer Altersgruppe besonders starken Belastungen ausgesetzt", erklärt Yve Stöbel-Richter, Professorin für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie am Uniklinikum Leipzig. „Einerseits müssen die Betroffenen sich mit den körperlichen und psychosozialen Folgen der Erkrankung bzw. deren Behandlung auseinandersetzen und gleichzeitig altersspezifische Entwicklungsaufgaben wie die Reifung der Persönlichkeit, Partnerschaft, Karriere und Familiengründung bewältigen. Damit entspricht diese Gruppe weder dem typischen Patientenprofil von Erwachsenen noch dem von Kindern. Hier besteht also Handlungsbedarf, denn es gibt erst wenige Studien, in denen diese Altersgruppe untersucht wurde und diese weisen bereits darauf hin, dass die jungen Patienten einen hohen und oftmals unerfüllten Bedarf nach altersangemessener Unterstützung haben."

Das Forschungsprojekt unter Leitung von Prof. Stöbel-Richter und Dr. Kristina Geue will das jetzt ändern. Es hat das Ziel zu ermitteln, wie zufrieden die Patienten mit ihrem Leben sind, wie gut sie tatsächlich versorgt werden, wo sie dringend Unterstützung benötigen und welche verschiedenen Faktoren vor, während und nach der Behandlung auf die Lebenssituation der Patienten einwirken. Dafür werden insgesamt 450 Krebspatienten zwischen 18 und 39 Jahren deutschlandweit befragt. „Wir rekrutieren sie in Zusammenarbeit mit verschiedenen Kliniken, unter anderem auch über das interdisziplinär arbeitende Universitäre Krebszentrum Leipzig (Universitäres Cancer Center Leipzig, UCCL)", erklärt Stöbel-Richter. „Die Patienten werden an zwei Zeitpunkten schriftlich und im persönlichen Gespräch befragt - mit Abschluss der medizinischen Akutbehandlung und ein Jahr später. Dabei wird auch die psychoonkologische Versorgung in den Kliniken, Rehabilitationseinrichtungen und der ambulanten Betreuung erfasst."

Auf der Grundlage der Ergebnisse soll ein passendes psychoonkologisches Unterstützungsangebot entwickelt werden. Außerdem sind Handlungsempfehlungen für Ärzte und Therapeuten dahingehend geplant, wie sie die jungen Krebspatienten auf ihrem Weg noch besser begleiten können.

Interessierte Patienten, die an der Studie teilnehmen möchten und onkologische Einrichtungen, die weitere Informationen wünschen, wenden sich bitte an:

Annekathrin Sender, Tel.: 0341/9718804, Email: annekathrin.sender@medizin.uni-leipzig.de

Katja Leuteritz, Tel.: 0341/9715405, Email: katja.leuteritz@medizin.uni-leipzig.de

Quelle: Universitätsklinikum Leipzig AöR


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