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05.08.2013

Wasser und Salz helfen Schwangeren über die Hundstage

Wer viel trinkt, sollte ausreichend Salz und Mineralstoffe zu sich nehmen. Auch Schwangere mit Bluthochdruck und Wasseransammlungen im Gewebe – sogenannten Ödemen – dürfen an Wasser und Salz nicht sparen. Dies betont Dr. med. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte, angesichts der kommenden Hitzewelle, die sich bis weit in den August hineinziehen wird. „Normalerweise werden eine salzarme Ernährung und auch natriumarmes Mineralwasser bei hohem Blutdruck für sinnvoll gehalten“, so der Frauenarzt. „Aber das gilt nicht, wenn sich der Bluthochdruck und die Wassereinlagerungen erst während der Schwangerschaft entwickelt haben. Bei dieser Schwangerschaftskrankheit, im Fachausdruck Gestose genannt, wären der Verzicht auf Salz und eine Verringerung der Trinkmenge fatal und könnte der Schwangeren und ihrem Baby erheblichen Schaden zufügen.“ 

Von hundert Schwangeren entwickeln etwa fünf Frauen in der zweiten Hälfte der Schwangerschaft diese Symptome; manchmal deutet ein verstärkter Eiweißverlust im Urin auch auf eine Schädigung der Niere hin. Diese Frauen müssen mit besonderer Sorgfalt ärztlich betreut werden, denn es besteht  die Gefahr, dass sich das Baby zu langsam entwickelt, dass es zu einer Frühgeburt kommt oder dass der Blutdruck unkontrolliert ansteigt bis hin zu einer lebensbedrohlichen Situation. Frühe Anzeichen für eine Verschlechterung der Situation sind Kopfschmerzen, Schwindel, Sehstörungen und Übelkeit. Der Bluthochdruck muss mit großer Vorsicht gesenkt werden. Hierfür dürfen nicht die allgemein üblichen, modernen Hochdruckmedikamente verwandt werden, weil sie das ungeborene Babys teilweise erheblich schädigen können; für die Behandlung des Bluthochdrucks in der Schwangerschaft stehen deshalb nur sehr wenige Arzneimittel zur Verfügung.

Wichtig ist es zudem, dass bei einem Schwangerschaftshochdruck auf jeden Fall eine Entbindung in der Klinik geplant wird. Denn gerade in den letzten Tagen und Stunden vor der Geburt kann sich die Lage unvorhergesehen und plötzlich so verschlechtern, dass nur ein sehr rascher Kaiserschnitt das Leben von Mutter und Kind retten kann. Nach der Entbindung verschwinden die Symptome dann meist innerhalb kurzer Zeit.

Bereits mehrere Wochen oder sogar Monate vor dem Auftreten der ersten Symptome entwickeln sich bereits typische Veränderungen in der Placenta. Darauf weisen einige wichtige internationale Studien hin. Diese Veränderungen lassen sich allenfalls mit dem Ultraschall oder durch einen Bluttest feststellen; wenn die Frauen in diesen Fällen dann über die gesamte Schwangerschaftdauer z.B. sehr niedrig dosiertes ASS einnehmen, kann in vielen Fällen die Entwicklung einer Gestose verhindert oder abgeschwächt werden. Sinnvoll könnte dieser Test in Zukunft vor allem für Schwangere mit einem hohen Erkrankungsrisiko werden: Frauen mit Übergewicht, mit Diabetes, mit Mehrlingsschwangerschaften, aber auch mit einer früheren Hochdruckerkrankung.

„Wenn eine Frau bereits einen Schwangerschaftshochdruck entwickelt hat, dann sollte sie sich vor allem schonen, sehr auf eine stressfreie Umgebung und auf ausreichenden Schlaf achten“, so Dr. Albring.  „Weite Reisen sind dann nicht mehr empfehlenswert, denn bis heute treten immer wieder sogar Todesfälle auf, wenn Schwangere in einer schweren Blutdruckkrise nicht schnellstmöglich im Krankenhaus aufgenommen und behandelt werden.“

Pressemitteilung BVF



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