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29.09.2011

Grippe-Impfung in der Schwangerschaft vermindert Risiko für Frühgeburt

Eine Influenza-Impfung während der Schwangerschaft schützt nicht nur die Mutter, die in diesem Zeitraum ein besonders hohes Risiko für Komplikationen durch eine Grippe-Erkrankung hat, sondern auch ihr Kind. „Durch den Impfschutz wird das Risiko für eine Frühgeburt und ein niedriges Geburtsgewicht des Kindes deutlich verringert", berichtet Dr. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte (BVF) in München. Als Frühgeburt gilt eine Geburt vor Vollendung der 37. Schwangerschaftswoche. Darüber hinaus profitiert der Nachwuchs auch nach der Geburt von der Impfung der Mutter. Kinder weisen im ersten Lebensjahr besonders häufig schwere Erkrankungsverläufe durch Influenza-Viren auf. Je nach kursierendem Virusstamm liegt die Rate der erkrankten Kinder, die in dieser Altersgruppe stationär aufgenommen werden müssen, bei 20 bis 30 Prozent. Häufig treten Komplikationen wie eine Lungenentzündung oder eine Mittelohrentzündung auf. Influenza-Impfstoffe sind jedoch erst ab einem Alter von sechs Monaten zugelassen. „Durch die Immunisierung der Mutter können mütterliche Antikörper über die Plazenta an das Ungeborene weitergegeben werden. Diese Leihimmunität schützt das Kind in den ersten Monaten nach der Geburt vor einer Infektion. Auch kann die Mutter den Säugling nicht mit Grippe-Erregern infizieren, wenn sie geimpft ist", erklärt Dr. Albring.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut und der BVF raten Schwangeren zu einer Impfung gegen die saisonale Grippe. „Bei gesunden Frauen ist eine Impfung ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel, bei Frauen mit chronischen Erkrankungen - wie beispielsweise Asthma - schon ab dem ersten Schwangerschaftsdrittel empfohlen", ergänzt der niedergelassene Hannoveraner Gynäkologe. Die Sicherheit der Impfstoffe, die Bestandteile von abgetöteten Influenza-Erregern enthalten, ist gut belegt. „Es gibt keine Hinweise, dass die Impfung der Mutter in der Schwangerschaft die Gesundheit des Kindes ungünstig beeinflusst." Auch Kontaktpersonen von Neugeborenen wie Geschwister, Großeltern und Babysitter sollten gegen Influenza geimpft sein.

Für die jährliche Grippe-Impfung ist eine einmalige Injektion des saisonalen Impfstoffs ausreichend. Der Impfschutz ist in der Regel bereits 7 bis 14 Tage nach der Impfung voll ausgeprägt und 6 bis 12 Monate wirksam. Die Kosten für die Impfung werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Fragen rund um die Grippe-Impfung können auf http://www.impfenimdialog.de/ kostenlos an Experten gestellt werden, die sie innerhalb von 3 Tagen online beantworten.



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