Frauenärzte im Netz


Kosmetische & ästhetische Korrekturen

Brustoperationen


Brustoperationen sollten nur von Fachärzten (z. B. für Gynäkologie) ausgeführt werden, die eine Zusatzausbildung für Brustchirurgie besitzen. Zu den Risiken einer Operation an den Brüsten zählen Blutungen, Wundheilungsstörungen, Narben, Infektionen und Empfindlichkeitsstörungen.

 

Brustvergrößerung

Eine Brustvergrößerung wird mithilfe von Implantaten verwirklicht. Dieses kann über die Achselhöhle, die Brustwarze oder die Brustumschlagfalte eingesetzt werden. Meist wird die letztgenannte Methode gewählt. Neue Operationsmethoden ermöglichen auch eine ästhetische Ausführung, wobei möglichst wenig Narben entstehen. Der Eingriff dauert ein bis zwei Stunden, kann ambulant und entweder unter Voll- oder Teilnarkose durchgeführt werden.

Für Brustimplantate existiert seit 2001 eine EU-Norm. Die neuen Implantate bestehen aus quervernetztem Silikon. Aus heutiger Sicht stellen diese Kohäsivgelimplantate kein Risiko dar, da sie auslaufsicher sind. Häufig gewähren die Hersteller eine lebenslange Produktgarantie. Mammografien können mit Silikonimplantaten jedoch schlechter beurteilt werden.

Bei Brustvergrößerungen tritt in 3 bis 5% der Fälle eine Kapselfibrose auf. Das ist eine krankhafte Vermehrung von Gewebe, die durch eine Abstoßungsreaktion des Körpers verursacht wird. Ältere Silikonkissen, die mit Silikonöl gefüllt sind, müssen nach 7 bis 15 Jahren, auch wenn keine Beschwerden auftreten, ausgewechselt werden, da sie altern, brüchig werden und dann auslaufen können.

Alternativ können auch Kochsalzimplantate eingesetzt werden. Sie fühlen sich aber weniger natürlich an als Silikonimplantate und können gluckern oder auslaufen.

 

Brustverkleinerung

Zur Verkleinerung von Brüsten stehen mehr als 200 Methoden zur Verfügung. Es werden zunehmend ästhetische Methoden gewählt, bei denen möglichst wenige Narben entstehen. Besonders geeignet ist die „umgekehrte T-Schnittführung". Der Schnitt verläuft um die Brustwarze herum, senkrecht nach unten und an der Brustumschlagfalte entlang. Diese Methode ist jedoch schwierig zu erlernen und erfordert viel Training.

Eine Brustverkleinerung dauert drei bis vier Stunden, wird unter Vollnarkose, eher stationär als ambulant durchgeführt. Bei Brustverkleinerungen kann es zu störender Narbenbildung (10%), Gefühlsstörung der Brustwarzen (8%), Stillproblemen oder zum Absterben der Brustwarzen kommen.

 

Brusterhaltende Krebsoperationen

Bis vor 20 Jahren wurde bei Brustkrebs die gesamte Brust abgenommen, um zu verhindern, dass die Krebserkrankung erneut auftritt. Heute kann bei einer Krebsoperation die Brust unter bestimmten Voraussetzungen weitgehend erhalten bleiben. Hierbei wird der Tumor zusammen mit einem Teil des gesunden Gewebes so entfernt, dass das natürliche Aussehen der Brust möglichst erhalten bleibt. Das kosmetische Ergebnis der Operation hängt von verschiedenen Faktoren ab, zum Beispiel von der Größe des Tumors und des Randes, der ausgeschnitten werden muss. Es ist umso besser, je kleiner der Tumor und der mitgeschnittene Sicherheitssaum sind. Der Schnitt wird nach Möglichkeit so geführt, dass die Narben nicht im Dekolleté, sondern an der Brustwarze, im BH-Bereich oder in der Brustumschlagfalte liegen. Die Form der operierten Brust sollte der anderen ähneln und die Brustwarzen symmetrisch zueinander angeordnet sein. Ist eine Eindellung entstanden, sollte sie entweder versteckt oder mit körpereigenem Gewebe ausgefüllt werden (Brustrekonstruktion).

Bedingung für eine Brusterhaltende Krebsoperation ist allerdings, dass die Brust anschließend bestrahlt wird. Unter diesen Umständen hat eine Brusterhaltende Operation die gleichen Heilungschancen wie eine Entfernung der gesamten Brust. Heute bleibt bei 70% aller Brustkrebsoperationen die Brust erhalten. Sie kann meist durchgeführt werden, wenn der Knoten:

  • höchstens 2 cm groß ist
  • nicht von Drüsenläppchen ausgeht
  • keinen entzündlichen Bestandteil hat
  • keine Verbindung zur Brustwarze hat
  • keine Ausläufer in die umgebenden Milchgänge hat
  • keine Verbindung zur Haut oder zur Brustwandmuskulatur hat.

Größere Knoten können brusterhaltend operiert werden, wenn es gelingt, sie vor der Operation durch eine Chemotherapie zu verkleinern.

Prinzipiell können alle Tumortypen brusterhaltend operiert werden.

 

Brustrekonstruktion

Mussten bei einer Brustkrebsoperation größere Teile der Brust entfernt oder die Brust vollständig abgenommen werden, kann das für die Betroffene starke seelische Folgen haben. Das Gefühl, nicht mehr ganz Frau zu sein stürzt viele Frauen in eine Krise. Doch heutzutage kann eine Brust mithilfe eines Implantats oder mit körpereigenem Gewebe in einer Operation wiederaufgebaut werden. Um Probleme bei der Wundheilung der neu aufgebauten Brust zu umgehen, empfiehlt es sich, eine notwendige Bestrahlung oder Chemotherapie vor der Rekonstruktion durchzuführen.

Ist der Brustmuskel noch intakt, kann zum Beispiel unter diesen ein Silikonimplantat eingesetzt werden. Diese Operation gilt als unkompliziert und ist nur mit einem kurzen stationären Aufenthalt verbunden.

Beliebter ist jedoch die Verwendung von Eigengewebe. Die Brustrekonstruktion kann durch drei Methoden erreicht werden:

  • Verlagerung des Rückenmuskels in den Brustbereich. Auf diese Weise können kleine und mittlere Brüste nachgebildet werden. Zusätzlich können noch Implantate eingesetzt werden.

  • Verlagerung von Haut, Unterhautfett- und Muskelgewebe aus dem Bauch- in den Brustbereich. Dieses Vorgehen ermöglicht auch die Nachbildung größerer Brüste.

  • Verlagerung von Haut und Unterhautfettgewebe, ohne Muskelgewebe. Bei diesem Verfahren entstehen keine Schäden in der Bauchdecke.

Für den als positiv empfundenen Brustaufbau durch Eigengewebe müssen große Narben und längere Narkose- und Operationszeiten in Kauf genommen werden.

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