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Kopfschmerzen

Kopfschmerzen bei der Frau


Frauen leiden häufiger als Männer an Kopfschmerzen und Migräne. Es wird vermutet, dass die natürlichen Schwankungen des weiblichen Hormonhaushaltes in vielen Fällen dafür verantwortlich sind. Es gibt auch Hinweise darauf, dass die weiblichen Geschlechtshormone die Verarbeitung schmerzhafter Reize beeinflussen. Zusätzlich machen die durch die Hormone bedingten psychischen Veränderungen die Frauen gegenüber Stressfaktoren empfindlicher: Kopfschmerzen können die Folge sein.

 

Kopfschmerzen und die Pille

Bisher ist nicht eindeutig belegt, ob die Pille Kopfschmerzen positiv oder negativ beeinflusst. Manche Frauen geben eine Verschlechterung der Kopfschmerzsymptomatik an, andere eine Verbesserung. Die betroffenen Frauen sollten unter fachärztlicher Anleitung genau testen welchen Einfluss das Absetzen bzw. die Einnahme der Pille auf ihre Kopfschmerzen hat. Eine Pille sollte mindestens drei Monate eingenommen werden, um eine Anpassung des Körpers zu erlauben. Erfolgt nach diesem Zeitraum keine Besserung der Schmerzen bzw. ist eine Zunahme der Kopfschmerzen zu verzeichnen, sollte auf ein anderes Präparat gewechselt werden. Zusätzlich ist zu beachten, dass Frauen, welche die Pille nehmen und unter starken Kopfschmerzen oder Migräne leiden, auf das Rauchen verzichten sollten. Neuere Untersuchungen belegen, dass die Kombination von Rauchen, Pille und Kopfschmerzen das Risiko für die Entwicklung einer Thrombose oder eines Gehirnschlages stark erhöht.

 

Kopfschmerzen und Menstruation

Viele Frauen leiden während ihrer Periode unter starken Kopfschmerzen oder Migräne. Die Schmerzen setzen in der Regel etwa zwei Tage vor der Blutung ein, und dauern bis spätestens 2 Tage nach der Blutung an. Man vermutet, dass das Absinken der Hormonspiegel ein Auslöser für die Kopfschmerzen ist. Schnell wirkende Schmerzmittel wie Acetylsalicylsäure können Abhilfe schaffen. Handelt es sich bei den Kopfschmerzen um eine Migräne mit Übelkeit und Erbrechen, sollten Schmerzmittel mit langanhaltender Wirkung eingesetzt werden. Zur Vorbeugung wird die Einnahme von Magnesium empfohlen (360mg/Tag), da es Hinweise gibt, dass Frauen, die an Migräne leiden, oftmals einen sehr niedrigen Magnesiumspiegel haben. Auch Hormonpflaster, die zwei Tage vor Beginn und während der Menstruation getragen werden, können die Attacken mildern. Um das Absinken der Hormone vor und während der Menstruation zu vermeiden, können Frauen, die mit bestimmten Pillen verhüten, die so genannte Langzyklusanwendung ausprobieren. Dabei werden vier Blister mit jeweils 21 Tabletten ohne Pause eingenommen und dann die übliche 7tägige Einnahmepause durchgeführt. Dadurch kann das Auftreten von Kopfschmerzen während der Menstruation vermindert werden. Ob Ihre Pille für die Langzyklusanwendung geeignet ist, bzw. wenn Sie eine derartige Pille ausprobieren möchten, sprechen Sie mit Ihrem Frauenarzt darüber. Er kann Sie zu dem für Sie passenden Präparat beraten.

 

Kopfschmerzen in der Schwangerschaft

In der Schwangerschaft können sich die Kopfschmerzen bessern oder gar ganz verschwinden. Oft kommen die Attacken aber nach der Geburt des Kindes wieder. Einige Frauen berichten auch, dass Sie während der Schwangerschaft besonders stark unter Kopfschmerzen gelitten haben. Bei der Behandlung sollten zuerst nicht medikamentöse Maßnahmen ausgeschöpft werden. Dazu gehören Methoden wie Akupunktur, Yoga, Massagen, ätherische Öle (z. B. Pfefferminzöl) und kalte Auflagen. Zur Vorbeugung kann Magnesium eingesetzt werden. Reichen diese Methoden nicht aus, um die Kopfschmerzen zu beseitigen, kann das Schmerzmittel Paracetamol eingenommen werden. Es schadet dem ungeborenen Kind nicht. Eine medikamentöse Therapie von Kopfschmerzen und Migräne in der Schwangerschaft sollte jedoch nur sehr zurückhaltend und immer unter ärztlicher Überwachung erfolgen.

Treten in der Schwangerschaft erstmalig neue, ungewohnte, starke Kopfschmerzen auf, müssen diese unbedingt sofort ärztlich abgeklärt werden. Dahinter können sich lebensbedrohliche schwangerschaftstypische Erkrankungen verbergen. Dies ist der so genannte Schwangerschaftshochdruck bzw. die Präeklampsie. Hier handelt es sich um eine für Mutter und Kind gefährliche Erhöhung des Blutdruckes. Es ist meist die Vorstufe zu weiteren Komplikationen wie Krampfanfälle oder einer eingeschränkten Nierenfunktion (Eklampsie). Wird diese Problematik rechtzeitig vom Arzt erkannt, kann das weitere Fortschreiten der Erkrankung verhindert werden. Eine intensive ärztliche Betreuung für den Rest der Schwangerschaft ist jedoch notwendig.

Eine weitere Erkrankung, die bei Schwangeren und bei Frauen die gerade geboren haben überproportional häufig auftritt, ist die Sinusvenenthrombose. Dabei ist einer der Abflusswege für das venöse Blut im Gehirn durch ein Blutgerinnsel verstopft. Es treten langsam über Stunden bis Tage zunehmende diffuse dumpf-drückende Kopfschmerzen auf. Zusätzlich kommt es oft zu Krampfanfällen und diversen neurologischen Ausfällen wie Lähmungen oder Sehstörungen. Beweisen lässt sich die Diagnose in der Computertomografie oder mit Kernspintomografie. Wird diese Komplikation rechtzeitig erkannt, die Patientin intensivmedizinisch überwacht und die entsprechende Therapie mit blutverdünnenden Medikamenten eingeleitet, ist die Prognose gut.

 

Kopfschmerzen in den Wechseljahren

Bei vielen Frauen bessern sich Kopfschmerzen während der Wechseljahre, aber bei einigen bleiben sie bestehen oder verstärken sich sogar. Hormonersatzpräparate können in vielen Fällen bei Kopfschmerzen, aber auch einer Reihe anderer Wechseljahresbeschwerden Linderung schaffen.

Neu aufgetretene Kopfschmerzen in oder nach den Wechseljahren sollten Sie unbedingt bei Ihrem Frauenarzt oder einem Facharzt abklären lassen, um andere Erkrankungsursachen auszuschließen.

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