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Informationen zu Impfungen

Informationen zur Impfwirkung, möglichen Nebenwirkungen und zur Kostenübernahme


Das Prinzip von Impfungen

Das Prinzip einer jeden Impfung beruht darauf, das Immunsystem für den Ernstfall zu trainieren. Man verabreicht dem Körper entweder eine kleine Menge abgeschwächter lebender, vermehrungsfähiger Erreger (Lebendimpfstoff) (z. B. bei der Masern-, Mumps-, Röteln- und Windpocken-Impfung), nur Bruchstücke eines Virus oder Bakteriums (Totimpfstoff) (z. B. bei der Grippe-, der Hepatitis A- oder Hepatitis B-Impfung) oder Spuren eines Toxins (Giftstoff), das die Erreger produzieren (z. B. bei der Tetanus- und Diphtherie-Impfung). Allen diesen unterschiedlichen Impfstoffen ist gemein, dass sie die Krankheit, gegen die sie wirksam sein sollen, nicht mehr auslösen können.

Da das Immunsystem beim ersten Kontakt die verabreichte Substanz noch nicht kennt, produziert es Abwehrstoffe, so genannte Antikörper. Der Körper durchläuft dann eine Infektion, die deutlich schwächer ist, als die Krankheit selbst. In den meisten Fällen wird sie kaum bemerkt. Dabei werden so genannte Gedächtniszellen hergestellt, die das Aussehen eines Erregers mehrere Jahre, manche sogar ein Leben lang speichern können. Die Reaktion des Körpers auf einen „Eindringling", bei der Antikörper und Gedächtniszellen gebildet werden, nennt man Immunantwort. Kommt das Immunsystem eines Tages mit den natürlichen Erregern, beispielsweise dem Rötelnvirus oder Humanen Papillomviren, in Kontakt, kann es sehr schnell reagieren und die Erreger unschädlich machen, bevor sie sich stark vermehren und eine Krankheit auslösen können.

Eine Impfung wirkt deswegen auf zwei Weisen. Zum einen wird verhindert, dass die geimpfte Person erkrankt, zum anderen erreicht man, dass die geimpfte Person die Krankheit auch nicht verbreiten kann! So werden auch Menschen geschützt, die - beispielsweise in der Neugeborenenperiode noch nicht geimpft werden konnten oder auf Grund eines angeborenen Immundefektes - nicht geimpft werden können. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von einer so genannten  einer Herdenimmunität.

Impfempfehlungen

In Deutschland gibt es ein Expertengremium, das regelmäßig über die Notwendigkeit und den Nutzen bewährter, aber auch neuer Impfstoffe berät und Impfempfehlungen ausspricht. Es handelt sich um die Ständige Impfkommission (STIKO) beim Robert Koch Institut.

Jährlich werden Aktualisierungen veröffentlicht, die Sie auf den Internetseiten des Robert Koch-Instituts bzw. der Ständigen Impfkommission nachlesen können. Dort finden Sie auch weiterführende Informationen rund um das Thema „Impfen“:

Nebenwirkungen von Impfungen

Die Impfstoffe, die heutzutage verwendet werden, sind alle sehr sicher und haben kaum Nebenwirkungen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) bewertet sorgfältig sämtliche Impfungen im Hinblick auf Nutzen und Risiken und gibt entsprechende Empfehlungen heraus. Mögliche Nebenwirkungen - in Form von sogenannten Impfreaktionen - können jedoch vorkommen. Die häufigsten Nebenwirkungen sind Rötungen und Schmerzen an der Einstichstelle, die z. T. einige Tage andauern können. Als weitere Nebenwirkungen können auch Allgemeinreaktionen wie Müdigkeit, Kopfschmerzen oder auch leichtes Fieber auftreten. Impfreaktionen klingen in der Regel nach wenigen Tagen völlig ab.

Manchmal  können durch eine Impfung mit Lebendimpfstoff - besonders bei Kindern - Symptome hervorgerufen werden, die dem natürlichen Krankheitsbild ähneln, aber viel kürzer und leichter verlaufen. So können nach der Masern-Impfung  bei Kindern ein leichter Masernausschlag und Fieber sowie nach einer Varizellen-Impfung einzelne Windpockenbläschen auftreten,  die aber für den Geimpften und für andere Menschen ungefährlich sind und ohne Behandlung wieder verschwinden.
In seltenen Fällen können allergische Reaktionen auf Inhaltsstoffe der Impfungen auftreten. Einige Impfstoffe (z. B. der Grippe-Impfstoff) werden in Hühnereiern produziert. Spuren von Hühnereiweiß können deswegen im Impfstoff vorhanden sein. Personen, die auf Hühnereiweiß oder andere Impfstoffbestandteile mit allergischen Reaktionen reagieren, dürfen solche Impfstoffe nicht erhalten.

Schwerwiegende Komplikationen - sogenannte unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW) - treten nach Impfungen nur äußerst  selten auf. Informationen zu Art und Häufigkeit unerwünschter Arzneimittelwirkungen kann man in der Fachinformation des jeweiligen Impfstoffs nachlesen. Informationen zur Sicherheit von Impfungen finden Sie auch auf den Internetseiten der Ständigen Impfkommission (STIKO).

Das Paul-Ehrlich-Institut wertet alle eingegangenen Meldungen über Impfstoffnebenwirkungen aus. In den letzten Jahren konnten bei etwa 60 Mio. Impfstoffdosen pro Jahr in Deutschland keine Hinweise für einen ursächlichen Zusammenhang zwischen Impfung und gemeldeter UAW gefunden werden.

Kostenübernahme von Impfungen

Impfungen sind Vorsorgeleistungen. Doch nicht für alle Impfungen werden die Kosten von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen. Voraussetzung dafür ist i.d.R., dass die von der Ständigen Impfkommission (STIKO) des Robert Koch-Instituts empfohlenen Impfungen in der Schutzimpfungsrichtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) Eingang gefunden haben. Dies erfolgt erst nach einem langen Verwaltungsakt, wodurch die jeweils neuen STIKO-Empfehlungen meistens erst ein halbes Jahr später mit Veröffentlichung im Bundesanzeiger zur Kassenleistung werden.

Die Kosten für Impfungen, die für bestimmte Berufsgruppen empfohlen werden, übernimmt i.d.R. der Arbeitgeber. Reiseimpfungen bei privaten Reisen müssen i.d.R. selbst bezahlt werden. Um sicherzugehen, welche Kosten übernommen werden, erkundigen Sie sich am besten bei Ihrer persönlichen Krankenkasse.

Letzte Aktualisierung: September 2015

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