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Impfung gegen Grippe (Influenza) in der Schwangerschaft

Wirksamkeit der Grippe-Impfung


Geimpft, aber trotzdem erkrankt - ist die Impfung wirkungslos?

Immer wieder erkranken auch Menschen an der Influenza, die sich im Herbst haben gegen die Grippe impfen lassen. Ist die Impfung wirkungslos und damit sinnlos?

Die Grippe-Impfung wird entwickelt aus den Virusstämmen, die im letzten Jahr am häufigsten an schweren Grippeerkrankungen beteiligt waren. Sie hilft also dem Körper, eine eigene Immunabwehr gegen die Influenza-Viren aus dem vergangenen Jahr aufzubauen.

Es passiert aber immer wieder, dass sich ein Teil der Grippeviren im Lauf des Sommers verändert. Solche neuen Mutationen werden durch die Impfung nicht erfasst. Hat zwischen der Entwicklung des Impfstoffs, der Impfung und dem Auftreten der neuen Grippewelle bei den Grippeviren eine wichtige Mutation stattgefunden, so kann es passieren, dass das Immunsystem die veränderten Viren nicht mehr "erkennt".

Bisher bestanden die Impfstoffe nur aus drei unterschiedlichen Stämmen. Ab 2017 stehen erstmals Impfungen mit vier Virusstämmen auch für Versicherte der gesetzlichen Krankenkassen zur Verfügung. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit sehr, dass vom Immunsystem durch eine Impfung auch tatsächlich Abwehrkräfte gegen die aktuellen Grippeviren entwickelt werden.

Menschen, bei denen das Immunsystem geschwächt ist, können nach der Impfung oftmals keine mächtige Immunität gegen das Grippevirus aufbauen. Hierzu gehören Menschen mit einer Immunschwäche durch eine Krankheit, durch Medikamente - insbesondere eine dauerhafte Anwendung von Corticoiden - und Ältere. Es kann deshalb passieren, dass sie trotz der Impfung an einer Grippe erkranken. Allerdings verläuft sie dann meistens milder als ohne die Impfung.

Dasselbe gilt für Schwangere, bei denen das Immunsystem gedämpft ist, um Mutter und Embryo vor einer Abstoßungs-Reaktion zu schützten: Große Studien haben ergeben, dass etwa 50 Prozent aller Schwangeren nach der Impfung keinen vollständigen Immunschutz gegen die Infektion aufbauen können. Im Umkehrschluss bedeutet das aber auch, dass 50 Prozent der geimpften Schwangeren vor der Ansteckung mit dieser gefährlichen Erkrankung geschützt sind.

Außerdem wurden diese Studien durchgeführt, als noch Impfstoffe mit drei Virusstämmen verwendet wurden. Bei einer Verwendung des vierstämmigen Impfstoffes kann diese Zahl sicher verbessert werden.

Die Impfung schützt auch nicht vor Erkältungen, die durch andere Viren ausgelöst werden: Rhinoviren, Adenoviren, Coronaviren, Respiratory-Syncytial-Viren haben eine völlig andere Struktur als Influenzaviren. Einer Infektion mit diesen Viren kann man deshalb durch die Influenza-Impfung nicht zuvorkommen.


Mit fachlicher Unterstützung durch:
  •  Dr. med. Susanna Kramarz, Pressereferentin des Berufsverbandes der Frauenärzte e.V.
  •  Dr. med. Michael Wojcinski, Vorsitzender der AG Impfen des Berufsverbandes der Frauenärzte e.V

 

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