07.02.2020

Grippewelle hat begonnen - Impfung noch möglich

Nach der Definition der Arbeitsgemeinschaft Influenza am Robert Koch-Institut hat die Grippewelle in Deutschland offiziell begonnen.

Wie aus dem Bericht der Arbeitsgemeinschaft Influenza am Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin hervorgeht, sind die Kriterien dafür inzwischen erfüllt. „Die Welle wird sich noch etliche Wochen hinziehen“, sagte RKI-Expertin Silke Buda der Deutschen Presse-Agentur. Sich noch impfen zu lassen, sei möglich.

Impfungen zügig wahrnehmen

Empfohlen wird die Impfung unter anderem Menschen ab 60, chronisch Kranken, Schwangeren sowie Ärzten oder Pflegekräften. „Man sollte sich jetzt aber sputen: Bis der Schutz aufgebaut ist, dauert es bis zu 14 Tage“, sagte Buda.

Seit Saisonbeginn im Oktober 2019 sind bundesweit 13 350 durch Laboranalysen bestätigte Fälle gemeldet worden, davon 4439 in der vergangenen Woche. Bisher starben daran nachweislich 32 Menschen. Mehr als 3500 Patienten wurden wegen Grippe im Krankenhaus behandelt. Gemeldet wurden zudem zum Beispiel 15 Ausbrüche in Kindergärten.

Die gemeldeten Fälle zeigen nur einen Ausschnitt des tatsächlichen Geschehens: Nach RKI-Schätzungen werden im Verlauf von Grippewellen 5 bis 20 Prozent der Bevölkerung angesteckt. Jedes Jahr sterben in Deutschland rund 20.000 Menschen an Influenza. Mehrere Zehntausend Todesfälle bei heftigen Ausbruchswellen werden angenommen. Die Schwere der Welle schwankt aber von Jahr zu Jahr.

Wetterlage beeinflusst Influenza-Aktivität

Influenzaviren sind bei niedrigen Temperaturen und in trockener Luft widerstandsfähiger. Außerdem wird angenommen, dass die Schleimhaut der oberen Atemwege bei trockener Luft anfälliger für eine Infektion ist und auch das Immunsystem im Winter anfälliger ist als im Sommer. Ein weiteres Moment könnte sein, dass sich Menschen im Winter längere Zeit zusammen mit anderen Menschen in weniger gut belüfteten Räumen aufhalten. Für das Entstehen einer Grippewelle muss erstens eine genügend große Anzahl an empfänglichen Personen in der Bevölkerung vorhanden sein und zweitens, ein genügend großer Eintrag an infektiösen Patienten in die empfängliche Bevölkerung erfolgen. „Für die Schwere einer Grippewelle und die Zahl der Erkrankungen sind aber andere Faktoren sicher wichtiger, zum Beispiel die Immunität in der Bevölkerung durch vorausgegangene Grippewellen“, betonte Buda. 

Weitere Informationen: https://www.rki.de

Arbeitsgemeinschaft Influenza: https://influenza.rki.de/

Quelle: Material von dpa

Autor/Autoren: äin-red

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