Wechseljahresbeschwerden
Psychische Auswirkungen
Nervosität/Reizbarkeit/Depressionen
Im Allgemeinen haben Östrogene eine stimmungsaufhellende Wirkung und aktivieren das zentrale Nervensystem. In Folge der hormonellen Umstellung der Wechseljahre gerät häufig das seelische Gleichgewicht aus den Fugen. Viele Frauen unterliegen Stimmungsschwankungen, Niedergeschlagenheit und Antriebslosigkeit. Andere weinen schnell oder werden vermeintlich grundlos von Angstgefühlen geplagt. Auch Nervosität und schnelle Reizbarkeit sind häufig zu beobachten. In schweren Fällen liegt eine behandlungsbedürftige Depression vor.
Auch wenn die Hormone eine nicht zu unterschätzende Rolle bei der Entwicklung psychischer Probleme spielen, haben oft die äußeren Lebensumstände ebenso Anteil daran. Private und berufliche Umbrüche vollziehen sich oft gerade während der Wechseljahre und führen zu großen Belastungen. Während manche Frauen den Auszug der Kinder oder die eigene Pensionierung als Erleichterung empfinden, erleben andere Frauen dabei große Verlustängste und fühlen sich nutzlos.
Sexualität
Die durch das Östrogendefizit bedingte Austrocknung des Vaginalbereichs kann Auswirkungen auf die Sexualität haben. Mehr als die Hälfte der Frauen in der Postmenopause klagen über eine trockene Scheide, was den Geschlechtsverkehr schmerzhaft werden lässt oder zu kleinen Verletzungen führen kann.
Auch wenn kein unmittelbarer Einfluss des Östrogenabfalls auf die Libido erkennbar ist, nimmt das sexuelle Interesse in den Wechseljahren häufig ab. Viele Frauen belastet diese neue Situation, vor allem wenn es dadurch zu einem Konflikt mit dem Partner kommt.
Demenz und Alzheimer-Erkrankung
Eine Beeinträchtigung des Gedächtnisses und der Konzentration wird in den Wechseljahren dadurch hervorgerufen, dass das Hirn nicht mehr optimal mit Sauerstoff versorgt wird. Auch das ist eine Konsequenz des veränderten Hormonspiegels und den damit verbundenen Auswirkungen auf bestimmte biochemische Prozesse. Davon abzugrenzen ist die krankhafte Veränderung des Gehirns, auch Demenz genannt, mit ihrer häufigsten Ausprägungsform: der Alzheimer-Erkrankung.
Obwohl die Zusammenhänge noch nicht vollständig geklärt sind, hat man festgestellt, dass der Verlauf einer Alzheimer-Erkrankung nach der Menopause rasant ansteigt. Offensichtlich wird das Fortschreiten der Demenz durch einen Östrogenmangel erheblich beschleunigt. Die Symptome treten nach dem 65. Lebensjahr zunehmend auf. Etwa 17% der über 65-Jährigen leiden an Morbus Alzheimer.





