Wechseljahresbeschwerden
Phasen der Wechseljahre
Der weibliche Körper durchläuft bereits ab dem 40. Lebensjahr einen langwierigen Veränderungsprozess, der schon durch entsprechende Beschwerden begleitet sein kann. Die Menopause, definiert als die letzte normal wahrgenommene Menstruationsblutung, ist dabei sozusagen der zentrale Zeitpunkt, der die eigentlichen Wechseljahre, einläutet. Aus diesem Grund wurden die Phasen der Veränderung rund um die Menopause benannt:
Die Prämenopause
Als Prämenopause versteht man den Zeitraum zwischen dem 40. Lebensjahr und der Perimenopause. In dieser Zeit verlangsamen die Eierstöcke (Ovarien) ihre Arbeit, die Hormonproduktion beginnt abzunehmen. Es kann zu Zyklusstörungen kommen, die sich durch unregelmäßige, aber auch starke oder lang anhaltende Blutungen bemerkbar machen. Im Vorfeld der Menstruation werden häufiger Kopfschmerzen, Brustspannen, Wassereinlagerungen und Reizbarkeit beobachtet.
Die Fruchtbarkeit sinkt in dieser Zeit bereits stark. Die jährliche Schwangerschaftswahrscheinlichkeit liegt bei 40- bis 44-Jährigen nur noch bei 10% und bei 45- bis 49-Jährigen sogar lediglich bei 2 bis 3%.
Stellen die Eierstöcke ihre Funktion vor dem 40. Lebensjahr ein, bezeichnet man das als Climacterium praecox, als vorzeitige Wechseljahre. Etwa 1% der Frauen ist davon betroffen. Chromosomenanomalien und diverse Erkrankungen (z. B. der Schilddrüse, Diabetes etc.) können hier ebenso die Ursache sein wie familiäre Belastungen oder eine Chemotherapie.
Die Perimenopause ist die Phase um die Menopause herum und spielt sich in der Regel um das 50. Lebensjahr ab. Im Durchschnitt beginnt die Perimenopause mit 47 Jahren und dauert etwa vier Jahre, wobei genetische und regionale Unterschiede bestehen. So erleben Südeuropäerinnen die Menopause ca. ein Jahr früher als ihre übrigen europäischen Geschlechtsgenossinnen. Und auch starke Raucherinnen müssen mit einer etwa zwei Jahre früheren Menopause rechnen.
Die Follikelreifung in den Eierstöcken versiegt nun, wodurch der Eisprung immer häufiger ausbleibt. Damit fehlt auch die Gelbkörperreifung, die für die Progesteronproduktion verantwortlich ist. Es kommt zu Störungen im Menstruationszyklus, bis die Blutung eines Tages ganz aussetzt (Menopause). Da keine Follikelreifung mehr stattfindet, verringert sich parallel dazu auch die Östrogenproduktion, während die männlichen Hormone weiterhin auf ihrem bisherigen Niveau produziert werden. Der Hormonhaushalt verliert sein Gleichgewicht. In dieser Phase treten normalerweise erstmals die typischen Beschwerden auf: Hitzewallungen, Schlafstörungen, depressive Verstimmungen, Erschöpfungszustände und Gelenkschmerzen. Die Perimenopause endet 12 Monate nach der Menopause.
Die Postmenopause
Anschließend beginnt die Postmenopause, in der die Gestagen- und Östrogenproduktion auf ein Minimum abgefallen ist. Zusätzlich zu den Beschwerden der Perimenopause kann es zur Erschlaffung und Austrocknung der Haut sowie der Schleimhäute der Harn- und Geschlechtsorgane kommen, weiter können Harninkontinenz, Osteoporose und Vermännlichungserscheinungen (meist Damenbart und Haarausfall) auftreten. Letztere sind durch das Überwiegen unerwünschter Effekte der männlichen Hormonen bedingt.
Unter den Wechseljahren versteht man gemeinhin die Phasen Perimenopause und Postmenopause.





