Wechseljahresbeschwerden
Körperliche Auswirkungen
Vermännlichung
in leider deutlich sichtbares Anzeichen der Wechseljahre kann die Vermännlichung sein, die durch den relativen Überschuss an männlichen Hormonen hervorgerufen wird. Bekannte Phänomene sind sicherlich der „Damenbart" und das schüttere Haar. Aber es kann auch zu einem männlichen Fettverteilungsmuster kommen. Während die typischen weiblichen Rundungen eher an Hüfte und Gesäß zu finden sind, können die männlichen Hormone (z. B. Testosteron) zu Fettpolstern im Bauchbereich führen. Große Fettpolster im Bauchbereich stellen aber nicht nur ein optisches Problem dar, sondern können auch Vorboten von Diabetes, Bluthochdruck und Fettstoffwechselstörungen sein. Dadurch wird auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöht.
Herz- und Kreislauf-Erkrankungen
Während der Östrogengehalt im weiblichen Körper jüngere Frauen weitgehend vor Herz- und Kreislauf-Erkrankungen schützt, steigt das Risiko nach der Menopause rasant an. Nicht nur bei Männern, sondern auch bei Frauen sind Herz- und Kreislauf-Erkrankungen inzwischen die häufigste Todesursache.
Durch die nachlassende Östrogenproduktion, aber die gleich bleibende und damit relativ erhöhte Testosteronkonzentration wird in und nach den Wechseljahren auch bei Frauen vermehrt Fettgewebe am Bauch eingelagert. Dadurch wird auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöht. Das liegt daran, dass durch die Pfortader, eine große Vene, die das nährstoffreiche Blut unter anderem aus dem Magen, Dünndarm, der Bauchspeicheldrüse und der Milz sammelt, aggressive, lange Fettsäuren direkt „vom Bauch in die Leber" transportiert werden. Dort angekommen lösen sie beispielsweise Zucker- und Fettstoffwechselstörungen aus, was in der Folge die Gefäße verengen kann.
Fettsäuren, die aus dem Oberschenkel- und Pogewebe bei Frauen mobilisiert werden, durchlaufen über Venen erst den ganzen Körper, verteilen sich dabei, und gelangen dann in die Leber. Die Gefährdung für eine derartige Erkrankung hängt vermutlich direkt mit dem Bauchumfang zusammen. Die Menge an Fettgewebe in der Bauchhöhle, die für die Risikokalkulation von großer Bedeutung scheint, kann über den Bauchumfang sozusagen „gemessen" werden. Viel Fett im Bauchraum hängt mit erhöhten Werten an freien Fettsäuren, Blutzucker und einer verringerten Insulin-Empfindlichkeit zusammen. Bei einer Studie, welche diesen Zusammenhang untersucht hat, wurde festgestellt, dass Frauen mit einem Bauchumfang von 97cm an Bluthochdruck litten, während Frauen mit einem Bauchumfang von 85cm eher nicht von erhöhtem Blutdruck betroffen waren.
Der Östrogenmangel sowie die negativen Veränderungen des Fett- und Zuckerstoffwechsels führen zu einer Verengung und Verkalkung der arteriellen Blutgefäße (Arteriosklerose). Durchblutungsstörungen, Herzinfarkt und Schlaganfall können die Folge sein.
Gelenkbeschwerden und Muskelabbau
Auch wenn keine Osteoporose vorliegt, kann der sinkende Östrogenspiegel in den Wechseljahren zu einer Schädigung der Gelenkknorpel führen und vorwiegend in den Knien und den Hüften eine Arthrose zur Folge haben.
Bereits ab dem 35. Lebensjahr nimmt die Muskelmasse der Frau ab, wenn nicht durch sportliche Aktivitäten dagegen gearbeitet wird. Mit zunehmendem Alter verstärkt sich dieser Prozess und ist die Hauptursache für Gelenkbeschwerden im ganzen Körper, vor allem Rückenschmerzen.
Der Abfall der Östrogene verringert die Freisetzung von Endorphin, das wichtig für die Schmerzregulierung ist. Dies führt zu einem Absinken der Schmerzgrenze. Außerdem bewirkt der Östrogenmangel eine verminderte Durchblutung der Muskeln und Gelenke sowie eine Abnahme der Kollagenproduktion, so dass Muskeln und Gelenke geschädigt werden können.Osteoporose
Eine schwerwiegende Erscheinung, welche die Wechseljahre mit sich bringen kann, ist die Osteoporose. Auf Grund des Östrogenmangels unterbleibt der tägliche Knochenauf- und Umbau. Dadurch wird der Knochen instabiler und bricht leichter.
Etwa 30% aller Frauen in der Postmenopause leiden an einer Osteoporose. Durchschnittlich die Hälfte davon erleidet einen Knochenbruch. Auch eine Abnahme der Körpergröße und die dauerhafte Verbiegung eines Wirbelsäulenabschnitts sind typisch. Letzteres wird meist deutlich sichtbar durch einen Buckel im oberen Bereich des Rückens.
Bereits ab dem 35. Lebensjahr schwindet bei Frauen die Knochenmasse um 0,3 bis 0,5% jährlich. In der Postmenopause sind es zu Beginn 3 - 5%, später dann 1 bis 2% pro Jahr. Es gibt sogar Frauen, bei denen die Knochenmasse in den ersten 5 bis 10 Jahren nach der Menopause um 3 bis 6% jährlich abnimmt.





