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Wechseljahresbeschwerden

Beschwerden


Die typischen Beschwerden der Wechseljahre sind das Ergebnis der veränderten Hormonspiegel, also eines natürlichen Prozesses. Noch im neunzehnten Jahrhundert erlebten viele Frauen auf Grund der geringen Lebenserwartung die Wechseljahre nicht. Heute verbringen Frauen in der Regel mehrere Jahrzehnte im Zustand des Östrogenmangels, so dass bisher nicht gekannte Probleme und Beschwerden auftreten können. Für viele Frauen ist der Leidensdruck so groß, dass sie sich unbedingt bei ihrem Frauenarzt über eine mögliche Behandlung beraten lassen sollten. Die Situation ist dem Sinken der Insulin- beim Diabetiker oder Thyroxinspiegel bei einer Schilddrüsenunterfunktion ähnlich.

Am häufigsten treten zunächst folgende Wechseljahresbeschwerden auf:

Hitzewallungen und Herzrasen

Hitzewallungen (Hot flushes) sind sozusagen der „Klassiker" unter den körperlichen Wechseljahresbeschwerden. In den westlichen Industrienationen sind mindestens 70% der Frauen betroffen. Meist kündigen sich die Hitzewallungen durch leichten Kopfdruck und Unbehagen an. Danach breitet sich eine Hitzewelle über Gesicht, Hals und Oberkörper aus. Das Gesicht rötet sich und es folgt ein Schweißausbruch. Lässt dieser nach, folgt meist ein Frösteln. Typischer Weise dauert dieser Anfall eine halbe bis mehrere Minuten an. Er kann manchmal nur einige Male pro Woche, aber auch sehr viel häufiger auftreten. Etwa 80% der Frauen leiden länger als ein Jahr an Hitzewallungen und Schweißausbrüchen; bis 50% sogar länger als fünf Jahre. Mit den Hitzewallungen geht oft starkes Herzklopfen oder sogar Herzrasen einher. Ist die Hitzewallung vorbei, beruhigt sich in der Regel auch das gesunde Herz wieder.

Schlafstörungen

Mehr als die Hälfte der Frauen in den Wechseljahren leiden unter Schlafstörungen. Nicht nur die Einschlafzeit verlängert sich merklich, es kommt auch zu häufigen Wachphasen, meist im Zusammenhang mit Schweißausbrüchen. Da zusätzlich die Schlaftiefe abnimmt, ist diese Gesamtproblematik wahrscheinlich Hauptverursacher für die abnehmende körperliche Leistungsfähigkeit und die Erschöpfungszustände in den Wechseljahren.

Depressive Verstimmungen

Viele Frauen erleben in und nach den Wechseljahren eine so genannte peri- bzw. postmenopausale Depressivität, die von zum Teil starken Stimmungstiefen geprägt ist. Die betroffenen Frauen fühlen sich antriebslos, ihre Lebensfreude und ihre Interessen nehmen drastisch ab, gleichzeitig überschattet ein Gefühl von Leere und Sinnlosigkeit ihr Leben. Häufig findet sich aber auch „nur" eine gesteigerte Nervosität und Gereiztheit. Die Frauen empfinden und beklagen dann ihre negative Wirkung auf Familie und „Umwelt".

Trockenheit und Infektionen der Scheide

Durch den Östrogenmangel bedingt, werden die Schleimhäute der Scheide zunehmend schlechter durchblutet und trocknen aus. Auch der Gebärmutterhals produziert weniger Schleim. Dadurch fühlt sich die Schleimhaut der Scheide trockener an als früher und ist verletzlich. Es kann zu Juckreiz oder Brennen kommen. Der Geschlechtsverkehr wird manchmal als schmerzhaft empfunden. Die Vaginalflora gerät aus dem Gleichgewicht und ist empfänglicher für Infektionen mit Bakterien und Pilzen.

Harnwegsbeschwerden

Von der schlechteren Durchblutung, dem Schrumpfen der Schleimhautzellen und Erschlaffung des Gewebes sind in besonderem Maße auch die Harnblase und der Beckenboden betroffen. Die Folge können gehäufte Entzündungen von Harnröhre oder Harnblase mit Schmerzen beim Wasserlassen sein. Außerdem kann es zu vermehrtem Harndrang bis hin zur Inkontinenz kommen. Von Inkontinenz spricht man dann, wenn der Urin nicht mehr willentlich in der Blase gehalten werden kann.

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