Wechseljahresbeschwerden
Andere Behandlungsformen
Phytotherapie
Einige Frauen ziehen auch eine so genannte Phytotherapie (griech. phyton = Pflanze) für ihre Wechseljahresbeschwerden in Betracht. Diese beruht u.a. auf der Einnahme von Isoflavonen. Das sind östrogenähnliche Substanzen, die Pflanzen selbst herstellen, so genannte Phytoöstrogene. Sie können mit östrogenhaltigen Nahrungsmitteln, aber beispielsweise auch durch spezielle Tees, welche die Pflanzenextrakte enthalten, aufgenommen werden. In den meisten wissenschaftlichen Studien konnten bislang jedoch nur eine sehr leichte Besserung oder gar kein Effekt beobachtet werden. Die Linderung bei Wechseljahresbeschwerden ist nicht mit der einer Hormonersatztherapie (HRT) vergleichbar. Etwaige Nebenwirkungen sind bisher noch nicht ausreichend untersucht. Grundsätzlich gilt aber auch hier: Falsche Dosierungen können Gift für den Körper sein. Daher sollte man keine Selbstmedikation betreiben, sondern sich vorab ärztlich beraten lassen.
Bei nur leichten Beschwerden oder in An- und Abklingphasen von Beschwerden ist es für diese Frauen überlegenswert, pflanzliche Präparate auszuprobieren. Gleiches gilt bei einer Unverträglichkeit der Hormonersatztherapie. Damit Phytoöstrogene allerdings überhaupt wirken können, müssen sie langfristig und in optimaler Menge aufgenommen werden. In der Konsequenz ist eine dauerhafte Ernährungsumstellung erforderlich, denn die Menschen in den westlichen Industrieländern nehmen bei herkömmlicher Ernährung nur 5 mg Phytoöstrogene pro Tag zu sich. Wie man aus den asiatischen Ländern vermutet, sind etwa 50 bis 60 mg eine optimale Tagesdosis für Frauen, die keine Gebärmutter mehr haben. Neuere Untersuchungen lassen aber den Verdacht aufkommen, dass nicht die Phytoöstrogene Ursache für das verminderte Auftreten von Brustkrebs bei Japanerinnen ist, sondern deren lebenslanger vermehrter Verzehr von jodhaltiger Meeresnahrung
Verwendete Pflanzen
Unter dem Begriff Phytoöstrogene werden die pflanzlichen Bestandteile Isoflavon und Ligan zusammengefasst. Sie sind vor allem in Sojabohnen, Erdnüssen, Leinsamen und Hülsenfrüchten enthalten. In geringerem Maße auch in Spargel, Haferflocken und Knoblauch.
Traubensilberkerze, Rotklee und Mönchspfeffer haben ebenfalls östrogenartige Wirkung. Ihre Extrakte werden meist in Tablettenform oder als Tee eingenommen.
Als natürliches Heilmittel bei leichten psychischen Problemen wird außerdem Johanniskraut verwendet, das eine stimmungsaufhellende und stabilisierende Wirkung hat.
Traditionelle Chinesische Medizin
Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) gehört ebenfalls zu den Naturheilverfahren, die bei Wechseljahresbeschwerden zum Einsatz kommt. Auch für die TCM ist der Erfolg allerdings bislang nicht ausreichend wissenschaftlich belegt. Die TCM versteht sich als ganzheitliche und individualisierte Medizin mit jahrhundertealter Tradition und Erfahrung. Ihr Ziel ist es, Körper, Geist und Seele in Einklang zu bringen. Sie verfolgt verschiedene Ansätze, jedoch werden bei klimakterischen Symptomen überwiegend Akupunktur und chinesische Heilkräuter eingesetzt.
Bei Störungen des Wohlbefindens oder leichten Beschwerden kann sicherlich die Traditionelle Chinesische Medizin erwogen werden. Es gibt in Deutschland inzwischen eine Reihe von Gynäkologen, die eine Zusatzausbildung für TCM haben. Allerdings sollte man sich vorher mit der dahinter stehenden Philosophie vertraut machen, die im Vergleich zu unserer westlichen Schulmedizin ein wenig ungewöhnlich anmutet.
Wechseljahrsbeschwerden sind wohl vor hunderten oder gar tausenden von Jahren nicht mit der TCM behandelt worden, weil die Frauen in diesen Zeiten selten dieses Alter erreichten.





