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Syphilis

Was ist Syphilis?


Syphilis wird von Bakterien verursachtDie Syphilis, auch unter den Namen Lues, harter Schanker oder Ulcus durum bekannt, war lange Zeit eine gefürchtete Geschlechtskrankheit. Das ist eine Infektionskrankheit, die durch sexuellen Kontakt übertragen wird. Der Erreger der Syphilis ist das Bakterium Treponema pallidum. Es dringt durch kleinste Verletzungen der Schleimhaut oder Haut, z. B. im Genitalbereich, in den Körper ein. Die Krankheitserreger können aber auch durch direkten Kontakt mit infektiösem Blut (z. B. Spritzen, Blutkonserven) weitergegeben werden. Die Flüssigkeit absondernden Wunden der Haut oder Schleimhäute im Frühstadium der Erkrankung sind sehr ansteckend, im Spätstadium kommt es dagegen kaum mehr zu einer Weitergabe auf Kontaktpersonen.

Da das menschliche Immunsystem keine dauerhaften Abwehrkräfte gegen die Erreger entwickelt, kann man sich immer wieder anstecken. Eine durchgemachte Infektion schützt deshalb nicht vor einer erneuten Infektion.

Die Erkrankung kann sich in einer Vielzahl unterschiedlicher Krankheitszeichen äußern. Ihr Erscheinungsbild ist daher sehr variabel und kann von Fall zu Fall unterschiedlich sein. Sie verläuft meist in 3 Stadien, die durch mehr oder weniger lange Zeitintervalle voneinander getrennt sind. Etwa 3 Wochen nach der Ansteckung entsteht die Primäre Syphilis, nach ca. 9 Wochen die Sekundäre Syphilis. Die Tertiäre Syphilis kann erst nach vielen Jahren auftreten. Jede dieser Phasen kann fehlen oder so unauffällig sein, dass sie übersehen wird. Unbehandelt verläuft die Krankheit chronisch und kann zu schweren Organschäden bis hin zum Tod führen. Seit der Entdeckung des Penicillins ist die Krankheit jedoch sehr wirkungsvoll behandelbar. Auch deswegen hat die Syphilis an Schrecken verloren.

Die Syphilis kommt weltweit vor und kennt keine klimatischen, ethnischen oder geographischen Barrieren. In den westlichen Industriestaaten nahm die Häufigkeit der Erkrankungen seit Mitte der 70er Jahren des 20. Jahrhunderts stark ab. Seit Ende der 90er Jahre steigt die Zahl jedoch wieder an und erreichte 2002 den Wert von 2,8 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner. In Risikogruppen und in Ballungszentren mit stärkerer Zuwanderung aus Risikogebieten kann sie bis zu 10-mal häufiger auftreten als in ländlichen Gebieten, wo die Häufigkeit weit unter einer Erkrankung pro 100.000 Einwohner liegt. Seit einigen Jahren tritt sie zunehmend als Begleiterkrankung bei AIDS-Patienten auf. Besonders auffällig ist der starke Anstieg unter homosexuellen Männern in Ballungsräumen. Der Anteil der Männer an den gemeldeten Erkrankungen liegt inzwischen bei 85%. Diese Zunahme geht vor allem auf ungeschützten Geschlechtsverkehr mit häufig wechselnden Partnern zurück. Auch Prostitution spielt bei der Ausbreitung der Erkrankung eine wichtige Rolle.

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