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Störungen des Hormonhaushalts

Einteilung der Hormonstörungen


Störungen der Geschlechtsentwicklung

Die Geschlechtsentwicklung, d. h. die Reifung vom Mädchen zur geschlechtsreifen Frau, findet in der Pubertät statt. Gesteuert wird sie von Hormonen, die im Hypothalamus, in der Hirnanhangdrüse (Hypophyse) und in den Eierstöcken (Ovarien) produziert werden (Hypothalamus-Hypophysen-Eierstock-Achse). Im Alter von 9 bis 10 Jahren beginnen die Follikel in den Eierstöcken - angeregt durch das FSH des Hypophysenvorderlappens - Östrogene zu bilden. Die Östrogene werden in das Blut ausgeschüttet und regen das Wachstum und die Reifung der Geschlechtsorgane an. Auf Grund von Störungen im Hormonsystem kann die Pubertät vorzeitig oder auch verspätet beginnen.

Vorzeitige Pubertät
Bei einer vorzeitigen Pubertät treten Pubertätsmerkmale wie die Brustentwicklung (Thelarche), die Schamhaarentwicklung (Pubarche) und die erste Regel (Menarche) früher auf als normal. Ausgelöst werden sie durch erhöhte Östrogenkonzentrationen im Blut. Bei einer echten vorzeitigen Pubertät (Pubertas praecox vera) bildet sich die Geschlechtsreife verfrüht heraus, läuft aber nach dem gleichen Grundmuster ab wie die normale Pubertät. Die erhöhten Östrogenmengen werden, wie im Normalfall, von Follikeln im Eierstock produziert. In 75 % der Fälle kann keine Ursache dafür gefunden werden, warum die Pubertät vorzeitig beginnt. Mehr als 10% der Mädchen mit einer verfrühten Pubertät haben einen Eierstocktumor, der Östrogene produziert (Pseudopubertas praecox). Weitere Ursachen können Tumoren im Bereich des Hypothalamus und der Hypophyse und eine schwere Schilddrüsenunterfunktion u.a. sein.

Verzögerte Pubertät
Der Beginn der geschlechtlichen Entwicklung verzögert sich (Pubertas tarda), wenn die Östrogenkonzentration im Blut zu niedrig ist. Die Ursache hierfür kann in einer Störung innerhalb der Hormonkette Hypothalamus-Hypophyse-Eierstock liegen. Schüttet der Hypothalamus zum Beispiel zu wenig GnRH aus, ist die Produktion der gonadotropen Hormone FSH und LH im Hypophysenvorderlappen verringert oder findet gar nicht statt. In der Folge wird auch die Bildung von Östrogenen in den Follikeln der Eierstöcke nicht in genügendem Maße angeregt. Weitere Störungen der Hormonkette können auch durch einen Tumor am Hypothalamus, durch eine Entzündung der Hypophyse, durch Unterernährung infolge von Magersucht (Anorexia nervosa) oder exzessive sportliche Betätigung verursacht werden. Des Weiteren sind auch Stoffwechselstörungen wie Diabetes mellitus, Schilddrüsenunterfunktion oder angeborene Herzfehler mögliche Ursachen einer verzögerten Pubertät.

Eine Verzögerung der geschlechtlichen Entwicklung kommt in einigen Familien gehäuft vor; die Hypophysenhormone FSH und LH - und in der Folge die Östrogene - werden ohne erkennbare Ursachen verspätet ausgeschüttet.

Eine chromosomal bedingte Form der verspäteten Pubertät ist das Turner-Syndrom. Die Erkrankung wird durch eine fehlerhafte Verteilung der Chromosomen während der Bildung der Keimzellen hervorgerufen. Frauen mit Turner-Syndrom haben nicht wie normalerweise zwei, sondern nur ein X-Chromosom. 90% der Feten sterben im Verlauf der Schwangerschaft. Von 2.500 geborenen Mädchen ist eines vom Turner-Syndrom betroffen.

 

Störungen des Monatszyklus

Menstruationsstörungen
Der Eierstockzyklus wird von den Geschlechtshormonen Östrogen und Progesteron, die in den Eierstöcken produziert werden (Eierstockzyklus), gesteuert. Er ist von Frau zu Frau unterschiedlich. Eine Zyklusdauer zwischen 25 und 35 Tagen und eine Blutungsdauer von drei bis fünf Tagen gelten als normal. Ist der Hormonhaushalt der Frau gestört, treten Abweichungen vom regelmäßigen Zyklus, von der Blutungsstärke und/oder der Blutungsdauer auf.

Zu den Menstruationsstörungen, die bei regelmäßigem Monatszyklus auftreten, gehören Zwischenblutungen sowie leichte Blutungen, die vor oder nach der Monatsblutung auftreten. Ursache der Blutung in der Zyklusmitte, zum Zeitpunkt des Eisprungs, kann ein kurzzeitiger Östrogenabfall sein. Eine Schmierblutung zwei bis drei Tage vor der Regelblutung kann durch eine Gelbkörperschwäche (Gelbkörperhormonmangel) bedingt sein. Eine Schmierblutung für zwei bis drei Tage im Anschluss an die Regelblutung tritt auf, wenn sich der Aufbau der Gebärmutterschleimhaut verzögert (Östrogenmangel). Zwischenblutungen können auch organische Ursachen haben wie Gebärmutterentzündung, Myome, Polypen, Gebärmutter- oder Scheidenkrebs.

Es gibt auch sehr starke (Hypermenorrhoe) oder sehr schwache (Hypomenorrhoe) Blutungen bei regelmäßigem Monatszyklus.

Die Oligomenorrhoe, die Verlängerung der Zyklen, gehört zu den häufigsten Menstruationsstörungen. Sie tritt insbesondere nach der ersten Regelblutung (Menarche) und in den Wechseljahren auf. Ursache hierfür ist eine Verzögerung der Eizellreifung, also der ersten Phase des Eierstockzyklus (Follikelphase). In den fruchtbaren Jahren wird eine Oligomenorrhoe in den meisten Fällen durch das Syndrom der polyzystischen Ovarien verursacht. Das PCO-Syndrom ist auch die häufigste Ursache für das Ausbleiben der Regel (Amenorrhoe).

Eine verkürzte Follikelphase oder eine verkürzte Gelbkörperphase ist dagegen für die kürzeren Zyklen bei der Polymenorrhoe verantwortlich. Sehr lange und sehr starke Blutungen (Menorrhagie, Hypermenorrhoe, Metrorrhagie) haben meistens organische Ursachen wie Entzündungen, Endometriose, gestörte Frühschwangerschaft, Eileiterschwangerschaft, Polypen, Myome oder Tumoren der Gebärmutter, Scheide oder Eierstöcke. Auch eine Störung des Hormonsystems wie Gelbkörperhormonmangel kann eine verstärkte Regelblutung verursachen. Metrorrhagien treten besonders in Phasen auf, in denen das Regelsystem der Geschlechtshormone und die Funktion der Eierstöcke noch nicht (kurz nach der Pubertät oder nicht mehr stabil (Wechseljahre) sind.

Eine schmerzhafte Monatsblutung (Dysmenorrhoe) kann durch eine erhöhte Konzentration an Prostaglandinen hervorgerufen werden oder organische Ursachen haben. Zu den organischen Ursachen gehören Entzündungen, Polypen, Tumoren, Endometriose, Missbildungen der Gebärmutter oder Verengung des Gebärmutterhalskanals. Auch psychische Probleme wie eine mangelnde Akzeptanz des Frauseins können schmerzhafte Blutungen verursachen.

PCO-Syndrom (PCOS, polyzystisches Ovarialsyndrom)
Etwa eine Million Frauen in Deutschland leiden am PCO-Syndrom. Verursacht wird es durch mehrere Störungen des Hormonhaushalts, die sich zudem gegenseitig verstärken. Die Hypophyse schüttet vermehrt LH (luteinisierendes Hormon) und vermindert FSH (Follikel stimulierendes Hormon) aus. Die erhöhte LH-Konzentration regt im Eierstock die Bildung von männlichen Geschlechtshormonen (Androgenen) an, die zum Teil im Fettgewebe in Östrogene umgewandelt werden. Dadurch erhöht sich die Östrogenkonzentration im Blut. Diese wirkt auf die Hypophyse und verringert die Ausschüttung von FSH und erhöht die Ausschüttung von LH. Die Umwandlung der Androgene in Östrogene im Fettgewebe wird bei der gesunden Frau vom FSH gefördert. Da beim PCO-Syndrom die FSH-Konzentration jedoch verringert ist, wird weniger Östrogen umgebaut und die Androgenkonzentration erhöht sich (Hyperandrogenämie). Auf diese Weise entsteht ein Überschuss an Androgenen, der einen normalen Zyklus verhindert. In der Folge treten Zyklusstörungen und verlängerte Blutungen auf oder die Regel bleibt aus (Amenorrhoe).

Das PCO-Syndrom ist auch mit einer gesteigerten Ausschüttung von Insulin vergesellschaftet. Man findet eine Insulinresistenz, d. h., das Insulin verliert seine Wirksamkeit und es entwickelt sich eine Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus). Die erhöhte Insulinkonzentration verstärkt die Hyperandrogenämie, indem sie die Androgenbildung in den Eierstöcken und die LH-Ausschüttung der Hypophyse steigert.

Die Ursachen des PCO-Syndroms sind noch ungeklärt. Da es familiär gehäuft auftritt, ist eine erbliche Veranlagung wahrscheinlich. Aber auch Fehlernährung, Bewegungsmangel und Übergewicht spielen eine große Rolle bei der Entstehung des PCO-Syndroms. 50% der PCOS-Patientinnen sind fettleibig (adipös).

 

Prämenstruelles Syndrom (PMS)

Eine Reihe von Frauen im gebärfähigen Alter leiden am prämenstruellen Syndrom. Die Ursachen sind weitgehend unbekannt. Vermutlich entstehen die Beschwerden vor Eintritt der Monatsblutung auf Grund von Störungen des komplexen Zusammenspiels von Geschlechtshormonen, Psyche und Lebensumständen der Frau. Dabei können seelische und körperliche Belastungen einen Gelbkörperhormonmangel verursachen. Möglicherweise spielt auch eine negative Einstellung zur Monatsblutung eine Rolle.

 

Gelbkörperhormonmangel

Ein Mangel an Gelbkörperhormon (Progesteron) entsteht, wenn sich in der zweiten Zyklushälfte der Gelbkörper nur unvollständig entwickelt und zu wenig oder gar kein Gelbkörperhormon produziert. Stress, der durch seelische oder körperliche Belastungen entsteht, ist eine mögliche Ursache für eine solche Gelbkörperinsuffizienz. Vermutlich ist auch ein Mangel an Gelbkörperhormon an der Entstehung des prämenstruellen Syndroms beteiligt. Wenn im Blut zu wenig Progesteron vorhanden ist, überwiegt die hormonale Wirkung der Östrogene. In der Folge staut sich vor der Menstruation Ödemflüssigkeit in der Gebärmutterschleimhaut und anderen Körpergeweben, wodurch Körperumfang und Gewicht zunehmen. Als Auslöser der Gelbkörperinsuffizienz und in der Folge des prämenstruellen Syndroms  werden auch psychosoziale Faktoren angesehen, wie eine geringe weibliche Selbstwerteinschätzung.

In Lebensphasen, in denen das Regelungssystem der Geschlechtshormone nicht stabil ist, wie in der Pubertät, kurz vor und zu Beginn der Wechseljahre, tritt ebenfalls ein Gelbkörperhormonmangel auf.

In Situationen, die für die Frau besonders belastend oder gesundheitsgefährdend sind, kann es auch vorkommen, dass der Follikel im Eierstock nicht platzt. Stattdessen entwickelt sich eine Eierstockzyste, die auch als „Stresszyste" bezeichnet wird. Da kein befruchtungsfähiges Ei entstanden ist, kann auch keine Schwangerschaft eintreten. „Stresszysten" entstehen besonders häufig bei starker psychischer Belastung wie einem Todesfall, beruflicher Höchstbelastung oder ausgedehnten Reisen. Auch körperliche Belastungen wie Leistungssport und wenig Schlaf, Diäten, Krankheiten, Schilddrüsenerkrankungen oder häufige Änderungen des Tag-Nacht-Rhythmus können Ursache für eine Entgleisung des Hormonsystems sein.

 

Hypophysenvorderlappeninsuffizienz

Eine mangelhafte Funktion des Hypophysenvorderlappens (Hypophysenvorderlappeninsuffizienz) kann sehr unterschiedliche Ursachen haben:

  • Funktionsstörung des Hypothalamus
    Da die Hormonausschüttung durch den Hypophysenvorderlappen vom Hypothalamus gesteuert wird, kann die Ursache in einem Ausfall des GnRH oder einer Entzündung des Hypothalamus liegen.

  • Funktionsstörung der Hypophyse
    Die Produktion einzelner Hormone durch den Hypophysenvorderlappen fällt aus. Der Ausfall von FSH und LH bewirkt eine hormonale Unterfunktion der Eierstöcke, der Ausfall von ACTH eine Nebenniereninsuffizienz und der Ausfall von TSH eine Schilddrüsenunterfunktion (Schilddrüsenhormone).

  • Hypophysenadenome
    Die häufigste Ursache für Hypophysenvorderlappeninsuffienz sind Tumoren im Bereich der Hypophyse. Meist handelt es sich um gutartige Drüsengeschwülste, so genannte Adenome.

  • Weitere mögliche Ursachen sind Aneurysmen, Entzündungen, Traumen, Gewebetod nach einer Geburt mit schwerem Blutverlust (Sheehan-Syndrom) oder funktionelle Störungen, wie bei sehr starker Unterernährung (beispielsweise Magersucht) oder schwerer Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus).

Eine komplette Hypophysenvorderlappeninsuffizienz ist nur selten angeboren, in den meisten Fällen wird sie durch Adenome ausgelöst. Betroffen ist davon neben den Hormonen des Hypophysenvorderlappens (FSH, LH, TSH, ACTH, STH) auch das ADH, das vom Hypothalamus produziert und im Hypophysenhinterlappen gespeichert wird.

 

Hypophysenadenome

Adenome der Hypophyse entstehen im Hypophysenvorderlappen. Ob ein Adenom Hormone produziert, hängt vom Typ der Zelle ab, von dem das Adenom ausgeht. Prolaktin-produzierende Adenome (Prolaktinome (Link intern)) erzeugen einen Überschuss an Prolaktin im Blutkreislauf (Hyperprolaktinämie), der die Produktion der Gonadotropine (FSH, LH) im Hypophysenvorderlappen unterdrückt. Wachstomshormon-produzierende Adenome rufen bei Erwachsenen Akromegalie hervor, ACTH-produzierende Adenome das Cushing-Syndrom.

Drückt ein Adenom des Hypophysenvorderlappens auf den Hypophysenstiel, ist die Speicherfunktion des Hypophysenhinterlappens für das Antidiuretische Hormon (ADH) gestört. In der Folge stellt sich ein Mangel an diesem Hormon ein. Da ADH in der Niere die Rückresorption von Natrium-Ionen und Wasser aus dem Harn regelt, bedeutet ein ADH-Mangel, dass übermäßig viel Harn ausgeschieden wird (Diabetes insipidus).

 

Galaktorrhoe

Ein spontaner Milchfluss (Laktation) kann normalerweise während der Schwangerschaft oder zwischen den Stillzeiten auftreten. Erfolgt der Milchfluss ohne Zusammenhang mit einer Schwangerschaft, liegen möglicherweise Erkrankungen des Hypothalamus, der Hypohyse (Adenome, Akromegalie), der Eierstöcke oder der Nebennierenrinde vor.

 

Hyperprolaktinämie

Eine Hyperprolaktinämie zeichnet sich durch erhöhte Prolaktinwerte aus. Sowohl natürliche Reaktionen des Hormonsystems, wie auch die Einnahme bestimmter Medikamente oder Erkrankungen der Hypophyse können Ursachen für hohe Blutspiegel des Prolaktins sein. In etwa 5% der Fälle von Hyperprolaktinämie sind die Gründe für die Entstehung unklar.

  • Natürliche Reaktionen des Hormonsystems
    Im Allgemeinen schüttet die Hypophyse während des Schlafs und im Verlauf der Schwangerschaft größere Mengen des Hormons Prolaktin aus. Aber auch die Stimulation der Brustwarzen durch Stillen, psychischer und physiologischer Stress sowie übermäßiges körperliches Training sind natürliche Auslöser für eine höhere Prolaktinkonzentration im Blut.

  • Prolaktinom
    Bestimmte gutartige Tumoren des Hypophysenvorderlappens (Prolaktinome) produzieren unkontrolliert Prolaktin und schütten größere Mengen dieses Hormons in das Blut aus. Prolaktin hemmt die Ausschüttung des GnRH aus dem Hypothalamus, wodurch die Produktion von FSH und LH im Hypophysenvorderlappen gestört wird (Hypophysenvorderlappeninsuffizienz). Die Funktionsstörung der Hypophyse wirkt sich auf die Eierstöcke aus, die Eizellreifung wird gestört, der Eisprung bleibt aus und die Hormonproduktion des Gelbkörpers ist beeinträchtigt. Über 30% der Patientinnen mit erhöhtem Prolaktinspiegel sind unfruchtbar und haben keine Regelblutung (Amenorrhoe). Eine länger andauernde Amenorrhoe in Folge niedriger Östrogenspiegel kann eine Osteoporose zur Folge haben. Auf Grund des hohen Prolaktinspiegels sondert die Brustwarze ein milchiges Sekret ab (Galaktorrhoe). Ein großes Hypophysenadenom kann den Sehnerv schädigen.
  • Schilddrüsenunterfunktion
    Ein erhöhter Prolaktinspiegel kann auch auf eine bestimmte Form der Schilddrüsenunterfunktion zurückgehen, bei der die Konzentration des Thyreotropin-Releasinghormons (TRH) im Blut erhöht ist. Das TRH wirkt auf den Hypophysenvorderlappen und regt die Produktion des Schilddrüsenhormons Thyreotropin an. In erhöhter Konzentration kann das TRH aber auch die Ausschüttung des Prolaktins im Hypophysenvorderlappen anregen. In der Folge steigt die Konzentration im Blut an.

  • Einnahme bestimmter Medikamente
    Eine große Anzahl an Arzneimitteln, die das zentrale Nervensystem und das Hormonsystem beeinflusst, kann zu einer vermehrten Bildung von Prolaktin führen:
    • Pillenpräparate mit einem sehr hohen Anteil an Östrogenen
    • Magensäurehemmer (H2-Rezeptoren-Blocker)
    • Blutdruck-senkende Präparate
    • Antidepressiva
    • Dopamin-Antagonisten (Neuroleptika, z. B. Thioxanthene, Butyrophenone, Phenothiazine)

  • Andere Ursachen
    Brustvergrößerung, Brustverkleinerung, Lungenkrebs, chronische Stimulation der Brustwarzen, Cushing-Syndrom, Nierenzellerkrankungen, Schwangerschaft.

 

Hirsutismus

Ein vermehrter und verstärkter Haarwuchs im Gesicht und am Körper von Frauen mit Ausbildung eines männlichen Behaarungstyps wird als Hirsutismus bezeichnet. Ursache ist entweder ein Östrogenmangel wie in den Wechseljahren mit einem relativen Übergewicht von Androgenen oder eine vermehrte Produktion von Adrogenen in den Eierstöcken und der Nebennierenrinde. Ausgelöst wird der Überschuss an männlichen Geschlechtshormonen entweder dadurch, dass sich die Zellen (Hyperplasie) vergrößern oder durch einen Tumor.

Hirsutismus ist eines von mehreren Anzeichen, die bei einer Vermännlichung der Frau auftreten können, wie Amenorrhoe, Unfruchtbarkeit , Verkleinerung der Brüste, Verkleinerung der inneren Geschlechtsorgane, Größenzunahme der Klitoris, tiefer werdende Stimme und Akne. Auch verschiedene Medikamente wie Anabolika und Androgene können Hirsutismus auslösen.

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