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Stillen

Optimaler Schutz vor Krankheitserregern


In der Muttermilch sind in den ersten Wochen Antikörper der Mutter gegen verschiedene Erreger enthalten. Diese helfen dem Kind beim Aufbau eines Immunschutzes. Das ist wichtig, da das Neugeborene noch nicht über ein so gut funktionierendes Immunsystem verfügt, wie Erwachsene. Das Immunsystem muss erst lernen, welche Erreger in seiner Umwelt vorkommen und sich mit seiner Abwehr darauf einstellen. Beim Stillen wird der Säugling vom mütterlichen Immunsystem unmittelbar mit Abwehrstoffen gegen Erreger versorgt, mit denen die Mutter in der Vergangenheit in Berührung gekommen ist (z. B. Masern- oder Windpockenviren, Keuchhustenbakterien) und aktuell in Kontakt kommt (z. B. Schnupfenviren). Das Neugeborene, das durch die räumliche Nähe zur Mutter ebenfalls gefährdet wäre, erhält dadurch meist rechtzeitig Schutz vor diesen Keimen. Man weiß, dass gestillte Kinder weniger Infekte erleiden als ungestillte.

Besonders kostbar ist hinsichtlich des Immunschutzes die so genannte Vormilch (Kolostrum), welche neben mütterlichen Antikörpern (Immunglobuline) auch viele andere Zellen des Immunsystems, wie beispielsweise weiße Blutkörperchen (Leukozyten) und Fresszellen (Makrophagen) enthält, die einer besseren Abwehr von Infektionen dienen. Auch wenn das Kind im weiteren Verlauf mit der Flasche ernährt werden soll, ist das Trinken der ersten Tropfen Muttermilch (Vormilch) von der Brust anzuraten.

Stillen gilt als ein wichtiger Faktor hinsichtlich des Allergieschutzes allergiegefährdeter Kinder. Zur Senkung eines Allergierisikos wird das Stillen ohne Beifüttern, das so genannte ausschließliche Stillen, in den ersten 4 bis 6 Lebensmonaten empfohlen. Der allergiemindernde Effekt für das ausschließliche Stillen in den ersten 4 Monaten gilt als durch Studien gesichert. Es wird gemeinhin angenommen, dass weitere 2 Monate (also das volle erste Lebenshalbjahr) einen weiteren Vorteil bringen, dies ist jedoch nicht wissenschaftlich belegt.

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