Frauenärzte im Netz

Stillen bei Erkrankungen

Was muss man bei Arzneimitteln während der Stillzeit berücksichtigen?


Viele Frauen sind verunsichert, ob sie bei einer bestimmten Erkrankung stillen und diese gleichzeitig medikamentös behandeln dürfen.

Vor der Einnahme von Medikamenten sollte unbedingt der behandelnde Arzt aufgesucht werden, da der Säugling unter Umständen Wirkstoffe eines Medikaments mit der Muttermilch aufnehmen und so geschädigt werden kann. (Eine entsprechende Arzneimittelliste des Bundesministeriums für Gesundheit findet sich unter www.arzneimittel-in-der-schwangerschaft.de.

In einer Reihe von Fällen kann der Arzt ein unbedenkliches Mittel auswählen, das ein Abstillen nicht notwendig macht. Allerdings sollte nicht vernachlässigt werden, dass sich Arzneien auf die Menge und den Geschmack der Milch auswirken können. Folglich kann das Trinkverhalten des Säuglings beeinträchtigt werden.

Bei einigen Infektionskrankheiten wird vom Stillen abgeraten, da die Erreger über die Milch weitergegeben werden können. Hierzu gehören HIV-Infektionen sowie offene Tuberkulose, die noch keine zwei Wochen behandelt wurde. Auch Cytomegalie-Viren werden beim Stillen übertragen, was bei unreifen Frühgeborenen zu erheblichen Schädigungen führen kann.

Frauen, die das Hepatitis C-Virus in sich tragen, können unter enger ärztlicher Kontrolle durchaus stillen, sollten allerdings unbedingt blutige Verletzungen im Brustwarzenbereich vermeiden.

Frauen mit Schilddrüsenfehlfunktionen dürfen ebenfalls stillen.

Diabetikerinnen haben gegenüber gesunden stillenden Frauen meist keine Besonderheiten zu beachten.

Frauen mit einer Herpes-Simplex-Infektion dürfen nur stillen, wenn keine Herpesherde an der Brust vorhanden sind bzw. diese gut abgedeckt werden können. Sorgfältige Hygiene ist unerlässlich, denn der Kontakt mit Herpesviren kann zu schweren Erkrankungen des Säuglings führen.

Impfungen, einschließlich einer HPV-Impfung, können während der Stillzeit durchaus vorgenommen werden. Das Gleiche gilt für Zahnbehandlungen unter lokaler Betäubung. Der Körper beginnt mit dem Abbau der Substanzen bereits während diese sich verteilen. Die Restkonzentration, die letztlich bei dem Kind ankommt, ist so gering, dass es nicht beeinträchtigt wird. 

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