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Sexuelle Lust & der weibliche Orgasmus

Wie ticken Frauen?


Frauenzeitschriften suggerieren, jede Frau würde nach einem knisternden Vorspiel multiple Orgasmen erleben. Die Realität im Bett sieht jedoch oft anders aus und hinterlässt viele Enttäuschungen. Während für den Mann die Sexualität vorwiegend etwas Körperliches ist, spielt sich bei Frauen die Sexualität vor allem im Kopf ab. Deshalb müssen bei ihr Psyche und Körper im Einklang stehen, wenn das sexuelle Erleben genussvoll sein soll.

Die Reaktionen einer Frau werden zu einem gewissen Grad von ihren Hormonen gesteuert und sind daher zyklusabhängig. Daneben können äußere Faktoren wie Alltagsstress oder psychische Belastungen den weiblichen Organismus stark beeinflussen. In welchem Maße Berührungen, Bewegungen, Gespräche, Bilder, Erinnerungen, Träume und Fantasien eine sexuelle Erregung auslösen, ist daher nicht nur von Frau zu Frau verschieden, sondern auch innerhalb eines Zyklus erheblichen Schwankungen unterworfen.

Wunsch & Realität

Die Motivation, sich auf eine sexuelle Handlung einzulassen, ist komplex. Bei Frauen ist sie häufig mit einer zunehmenden emotionalen Nähe zu einem Partner verbunden. Diese vermittelt ihr das Gefühl, attraktiv zu sein und begehrt zu werden. Eine Erregung beginnt mit einem lebendigen Gefühl, das sich im ganzen Körper ausbreitet. Meistens ist es mit der Lust verbunden, einen Partner zu spüren. Gleichzeitig erhöhen sich Puls und Blutdruck und die Scheidenfeuchtigkeit nimmt zu. Die Erregung kann auf verschiedensten Wegen bis zum Orgasmus gesteigert werden. Meist dauert es länger, bis eine Frau den Höhepunkt erreicht, so dass dieser oft nicht gemeinsam mit dem Partner erlebt werden kann.

Manche Frauen besitzen große Hemmungen gegenüber der eigenen Sexualität und empfinden Scham dabei, sich selbst zu erforschen. Dies kann zu Schwierigkeiten mit dem Partner und nachlassender Lust auf sexuelle Aktivitäten führen. Bei einer mangelnden Aussprache können sich aus anfänglichen Problemen dauerhafte sexuelle Störungen entwickeln. Der beste Weg, um solchen Störungen vorzubeugen, sind eine ausreichende Kenntnis des eigenen Körpers, ein gesundes Selbstbewusstsein und ein offener Umgang mit der eigenen Sexualität, auch gegenüber dem Partner. Der Wunsch nach sexueller Befriedigung ist ein natürliches Bedürfnis und kein Grund für Schuldgefühle. Nur wenn eine Frau selbst weiß, was sie will und dies ihrem Partner mitteilt, kann sie einen befriedigenden Geschlechtsverkehr erleben.

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