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Röteln in der Schwangerschaft

Übertragung


Röteln werden durch das Rötelnvirus aus der Familie der Togaviren verursacht. Es kann nur Menschen befallen. Das Virus wird durch Tröpfchen übertragen, zum Beispiel beim Husten, Niesen oder Küssen. Auch Patienten, die selbst keine Anzeichen einer Rötelnerkrankung haben, können das Virus weitergeben.

Ist eine schwangere Frau an Röteln erkrankt, kann das Rötelnvirus die Plazenta infizieren und sich im Blutkreislauf des ungeborenen Kindes ausbreiten. Ob und in welchem Ausmaß das Virus dem ungeborenen Kind Schaden zufügt, hängt vor allem vom Zeitpunkt der Infektion ab. Besonders schwere Schädigungen treten bei einer Ansteckung in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten auf. Das Virus befällt bevorzugt Zellen bestimmter Organe und diese befinden sich bis zum Ende der 12. Woche in der Entwicklung. In der vierten Schwangerschaftswoche werden meist Augen, Ohren und Herz gleichzeitig geschädigt. Bei einer Rötelninfektion bis zur 11. Woche greift das Virus in 70 bis 90% der Fälle Gehirn, Augen, Ohren und Herz des Embryos an. Bei etwa 20% der an Röteln erkrankten Schwangeren ist der Embryo dann nicht mehr lebensfähig und geht spontan ab.

Ab der 13. Woche, also mit Beginn des vierten Monats, reifen die Organe. Erfolgt eine Rötelninfektion in der 12. bis 17. Schwangerschaftswoche, stört das Virus meist die Entwicklung des Innenohrs, gelegentlich treten Defekte des Innenohres auch noch bis zur 20. Schwangerschaftswoche auf. Außerdem vermehrt sich das Virus in den Zellen einiger Organe und kann dort auch nach der Geburt noch lange vorhanden sein.

Eine Rötelninfektion der Mutter kurz vor der Schwangerschaft, d. h. bis 10 Tage nach der letzten Regel, schädigt das Kind nach bisherigen Erkenntnissen nicht.

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