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Rückenschmerzen

Schmerzentstehung


Bei den gynäkologisch bedingten Rückenschmerzen wird der Schmerz von den erkrankten weiblichen Geschlechtsorganen auf Wirbelsäule und Rückenmuskulatur übertragen. Man unterscheidet zwischen mechanischer und nervöser Schmerzübertragung.

Mechanische Schmerzübertragung

Die inneren weiblichen Geschlechtsorgane sind an der Wirbelsäule und der hinteren Beckenwand befestigt und aufgehängt. Die Verbindung zwischen dem Halteapparat der inneren Geschlechtsorgane, der Knochenhaut (Periost) der hinteren Beckenwand und den Muskelfasern der Wirbelsäulenmuskulatur ist sehr eng. Auf diese Weise können die inneren weiblichen Geschlechtsorgane auf die Wirbelsäule einen Zug oder Druck ausüben und dadurch die Schmerzsensoren des Nervensystems erregen. Der Reiz kann durch eine Verlagerung der Gebärmutter, Schwellung und Verkürzung des Aufhängeapparates infolge entzündlicher Prozesse, Verwachsungen oder Endometrioseherde entstehen. Auch Druck durch Tumore, denen es in der Höhle des kleinen Beckens zu eng wird, kann Rückenmarksnerven reizen. Der Schmerz wird über das Nervensystem im Rückenmark direkt an die Großhirnrinde weitergeleitet. Solche mechanisch ausgelösten gynäkologisch bedingten Schmerzen werden als dumpf und schlecht lokalisierbar beschrieben.

Nervöse Schmerzübertragung

Bei der nervösen Schmerzübertragung entsteht der Schmerz durch die Reizung vegetativer Nerven, welche von den inneren Geschlechtsorganen zum Rückenmark führen und von dort über eine Umschaltstelle mit dem Gehirn verbunden sind. In der ersten Umschaltstelle im Rückenmark münden neben den Nerven aus den Geschlechtsorganen auch andere Nerven aus den dem Rückenmarksegment zugeordneten Körperbereichen. Darunter sind auch solche, die aus der äußeren Wirbelsäule kommen. Das Gehirn kann jedoch bei einem ankommenden Signal nicht unterscheiden, ob die Empfindung aus der Wirbelsäule oder den inneren Organen kommt. Dadurch entstehen im Rücken Schmerzen, obwohl die Ursache gar nicht in oder an der Wirbelsäule liegt.

Jedes Rückenmarksegment ist zudem bestimmten Hautarealen (Headsche Zonen) und Muskelgruppen zugeordnet. Durch eine Nervenreizung aus den inneren Geschlechtsorganen kann es zu einer Überleitung auf diese Bereiche der Körperoberfläche kommen. Die Haut wird überempfindlich und die Muskeln spannen sich an. Charakteristisch sind Muskelanspannungen im Bereich der unteren Bauch-, Beckenboden- und Hüftmuskulatur. Mögliche Auslöser für solche Schmerzen sind zum Beispiel starke Dehnung und Kontraktion der Eingeweideorgane oder mangelnde Durchblutung auf Grund einer Erkrankung der inneren Geschlechtsorgane. Als Folge dieser Prozesse können außerdem im Bereich der Lendenwirbelsäule Quellungszustände im Bindegewebe entstehen. Diese Art von Schmerzen unterliegt stark der Beeinflussung durch die Psyche. Sie können auch nach Abklingen der eigentlichen Erkrankung noch eine gewisse Zeit lang bestehen bleiben. Man spricht dann von einer Autonomisierung der Schmerzen.

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