Rückenschmerzen
Kreuzschmerzen bei gynäkologischen Erkrankungen
- Lageveränderungen der Gebärmutter,
- gynäkologische Tumore,
- Endometriose,
- chronische Entzündungen und
- chronische Erkrankungen.
Lageveränderungen der Gebärmutter
Die Gebärmutter verändert abhängig von der Körperhaltung, beim Pressen sowie durch Volumenänderungen des Blaseninhalts ständig ihre Lage. Von einer Lageveränderung spricht man daher erst dann, wenn der natürliche Spielraum überschritten wird.
Rückwärtsverlagerung
Zu einer Rückwärtsverlagerung der Gebärmutter kann es beispielsweise in Folge einer Geburt kommen, bei welcher der Halteapparat der Gebärmutter stark gedehnt wurde.
Bei dem Krankheitsbild Retroversio uteri neigt sich die gesamte Gebärmutter nach hinten, ohne dass die Lage von Gebärmutterhals und Gebärmutterkörper zueinander verändert wird. Bei einem Retroflexio uteri ist die Gebärmutter gegen den Gebärmutterhals nach hinten abgeknickt. Meistens verursachen diese Lageveränderungen keine Beschwerden. Bei wenigen betroffenen Frauen können jedoch Rückenschmerzen auftreten. Diese sind möglicherweise durch die Lageanomalie bedingt. Die Schmerzen treten beidseitig im Bereich des Kreuzbeins und der Lendenwirbelsäule, vorwiegend während der Periode auf. Auch Anstrengungen und Geschlechtsverkehr können die Schmerzen verstärken. Besonders häufig sind Kreuzschmerzen, wenn die Gebärmutter vergrößert ist und der Gebärmutterboden mit dem Enddarm verwachsen ist.
Gebärmuttersenkung (Descensus uteri)
Eine weitere Form der Lageveränderung ist die Gebärmuttersenkung. Auch bei diesem Krankheitsbild können Frauen unter uncharakteristischen Kreuzschmerzen leiden. Die Gebärmutter senkt sich, meist zusammen mit den Scheidenwänden, nach unten ab. Das Ausmaß kann ganz unterschiedlich sein. Ursache ist eine Schwäche des Beckenbodens ( Beckenbodentraining
). Die Schmerzen entstehen durch den Zug, den die abgesenkten Organe am Halteapparat der Gebärmutter ausüben. Bei einer schweren Senkung beruhen die Rückenschmerzen meist auf einer Änderung der Körperhaltung und des Gangs.
Die Rückenschmerzen treten bei einer Senkung meist zusammen mit anderen Beschwerden auf. Symptome einer Gebärmuttersenkung können sein:
- Druckgefühl nach unten („Ich habe das Gefühl mir fällt alles heraus.")
- Schwierigkeiten beim Wasserlassen und Stuhlgang
- Ausfluss (Fluor)
- Stuhlverstopfung
- Harninkontinenz
- Geh- und Sitzbehinderung
Myome - gutartige Wucherungen in oder an der Gebärmutter - können Ursache für Kreuzschmerzen sein. Mediziner schätzen, dass bei 20 bis 50% aller Frauen Myome auftreten. Häufig haben sie keine Beschwerden und die Myome werden eher zufällig bei der Untersuchung beim Frauenarzt entdeckt.
Nur ein Teil der Frauen mit einem Myom leidet unter Rückenschmerzen. Dazu kann eine Vielzahl weiterer Beschwerden kommen. Zu diesen gehören: Blutungsstörungen (langanhaltende starke Blutungen, Krämpfe), Beschwerden beim Wasserlassen durch Druck der Myome auf die Blase und den Darm oder Unregelmäßigkeiten beim Auftreten der Periode.
Tumore (Eierstockkrebs) oder Zysten an den Eierstöcken können ab einer gewissen Größe Kreuzschmerzen verursachen. Auch Tumore an der Gebärmutter und im Bereich des Enddarms können Schmerzen verursachen, die - in einem relativ späten Stadium - in das Kreuzbein ausstrahlen.
Bei der Endometriose siedeln sich Teile der Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter, z. B. an den Eierstöcken oder im Bauchraum an. Die Schleimhautzellen durchlaufen im Zyklus die gleichen Veränderungen wie die Gebärmutterschleimhaut, was zu zyklusabhängigen starken Schmerzen während und vor der Periode führen kann. Die Beschwerden treten je nach Lage der Endometrioseherde im Unterleibbereich, im Vorderbauch oder im Rücken auf.
Bei Kreuzschmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule und des Kreuzbeins ist auch an eine Entzündung der Organe des kleinen Beckens zu denken. Diese kann die Eileiter (Adnexitis) und/oder die Eierstöcke (Adnexitis), die Gebärmutterschleimhaut (Endometritis, Gebärmutterentzündung), den Gebärmutterhals (Zervizitis) oder sämtliche Organe zusammen (Pelvic inflammatory disease) betreffen.
Chronische Unterleibs- und Kreuzschmerzen können durch Verkürzung der Bänder und Muskeln des Halteapparates der Gebärmutter und der inneren Geschlechtsorgane oder bei Durchblutungsstörung in diesen Körperbereichen auftreten. Oft haben diese Beschwerden keine klar ersichtliche anatomische oder krankheitsbedingte Ursache. Manchmal sind die Schmerzen auch psychisch bedingt. Die Lendenwirbelsäule und das Kreuzbein sind Körperbereiche der Frau, in denen sich psychosomatische Beschwerden und Befindlichkeitsstörungen bevorzugt ausdrücken.





