Probleme beim Stillen
Wunde Brustwarzen
30% der stillenden Frauen klagen über wunde Brustwarzen. Zu Beginn der Stillzeit sind die Brustwarzen schmerzhaft empfindlich, was auf die neue mechanische Belastung des Gewebes zurückzuführen ist. Nach einiger Zeit wird das Gewebe elastischer und der Milchspendereflex setzt rascher ein, so dass die Sensibilität wieder sinkt.
Bleiben die Schmerzen zusammen mit Rötungen, Schwellungen, Hautabschürfungen oder anderen kleinen Hautveränderungen, sollte der Ursache auf den Grund gegangen werden, denn Verletzungen der Haut können zu einer infektiösen Brustentzündung führen.
Meist ist falsches Positionieren und nicht korrektes Saugen des Kindes verantwortlich für die Irritation der Brustwarzen. Liegt das Kind falsch, verformt es mit seinem Mund die Brustwarze und klemmt sie im Kiefer ein. Manchmal führen anatomische Besonderheiten bei der Mutter (z.B. Hohlwarzen) oder dem kindlichen Gaumen zu falscher Saugtechnik. Letztlich kann abruptes Lösen des Kindes von der Brust zu einer Schädigung führen.
Sehr selten sind wunde Brustwarzen bei Müttern mit depressiver Stimmung oder unsicherem Stillwunsch zu finden, die auf ein psychosomatisches Problem hindeuten.
Die einzige Vorsorge und Therapie besteht in korrektem Positionieren und Abnehmen des Babys. Häufiges Wechseln der Position belastet das Gewebe gleichmäßig. Stillhütchen sollten nur in sehr begrenzten Fällen eingesetzt werden, beispielsweise wenn die Brustwarze so zerkaut ist, dass Stillen anderenfalls überhaupt nicht möglich wäre. Stillhütchen senken die Milchabgabe und irritieren das Saugverhalten des Säuglings.
Wunde Brustwarzen, die mit einer Infektion einhergehen, müssen ggf. medikamentös behandelt werden.
Mit einer lokalen Behandlung kann man den Heilungsprozess unterstützen:
- Händedesinfektion und Reinigung der Brustwarze mit ph-neutraler Seifenlösung
- Einen Tropfen Hintermilch auf der Brustwarze antrocknen lassen.
- Wollwachs (Purelan oder Lansinoh) auftragen und vor dem nächsten Stillen entfernen.
- Keine anderen Salben auftragen. Sie könnten das Brustgewebe oder sogar das Kind schädigen, das gilt besonders für Paraffin haltige Mittel.
- Trockene saubere Stilleinlagen verwenden.
- Kühles Wasser kann nach dem Stillvorgang die Beschwerden lindern.
Bei sehr heftigen Schmerzen ist eine Anlegepause auf der betroffenen Seite denkbar. Allerdings bleibt das Entleeren der Brust durch Abpumpen oder Ausstreichen notwendig.





