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Präeklampsie

Was ist eine Präeklampsie?


Präeklampsie ist eine nur in der Schwangerschaft auftretende Erkrankung, die durch erhöhten Blutdruck (Hypertonie), vermehrte Eiweißausscheidung im Urin (Proteinurie) und Wassereinlagerungen (Ödeme) gekennzeichnet ist . Eine Präeklampsie zeigt sich erst in der zweiten Schwangerschaftshälfte; nur selten kommt die Erkrankung vor der 20. Schwangerschaftswoche vor. Die Präeklampsie zählt zu den so genannten späten Schwangerschaftsvergiftungen. Dieser Begriff wurde zunächst gewählt, da man bei diesen Erkrankungen von einer Vergiftung des Körpers ausging. Diese Vermutung hat sich nicht bestätigt. Bis heute sind die Ursachen, die zu den verschiedenen Krankheitsbildern einer Gestose führen, nicht geklärt.

Vermutlich geht die Erkrankung jedoch auf eine Überbelastung des mütterlichen Organismus durch die Schwangerschaft zurück. Die Unklarheit in Bezug auf die Entstehung der Krankheit spiegelt sich auch in der unterschiedlichen Namensgebung wieder. Für die Erkrankung sind die folgenden Begriffe geläufig:

  • schwangerschaftsbedingter Bluthochdruck (Fachbegriff: schwangerschaftsinduzierte Hypertonie (Abkürzung: SIH)) oder hypertensive Erkrankung in der Schwangerschaft (Abkürzung: HES) - nach dem häufig auftretenden Symptom des Bluthochdrucks. Inzwischen wird der Hochdruck jedoch von einigen Experten als Sekundärphänomen betrachtet, auf das bislang ein zu großes Augenmerk gerichtet wurde.
  • präeklamptische Toxämie (Abkürzung: PET) oder Toxikose - darin findet sich der veraltete Begriff der Vergiftung.
  • Gestose, auch EPH-Gestose - nach den Leitsymptomen Ödem (engl. edema), Proteinurie und Hypertonie. Diese Bezeichnung ist jedoch umstritten, da Ödeme auch bei gesunden Schwangeren häufig auftreten.

Die Krankheit ist gekennzeichnet durch einen zu hohen Blutdruck (Hypertonie) und eine erhöhte Ausscheidung von Eiweiß über den Harn (Proteinurie). Meist leiden die Frauen auch unter vermehrter Flüssigkeitseinlagerung und dadurch bedingtes Anschwellen des Gewebes (Ödeme).

Diese Symptome treten jedoch nicht allein bei einer Präeklampsie auf. Viele der Beschwerden sind im Allgemeinen schwangerschaftstypisch. Ein erhöhter Blutdruck ist bei ungefähr 10% aller Schwangeren feststellbar und ca. 80% der Frauen leiden am Ende der Schwangerschaft unter vermehrten Flüssigkeitseinlagerungen im Gewebe - auch ohne vorliegende Präeklampsie. Vorsicht ist immer dann geboten, wenn mehrere der Symptome zusammen auftreten. Die Schwangerschaftsroutine-Untersuchungen sind so ausgelegt, dass eine auftretende Präeklampsie anhand der gemessenen Werte festgestellt werden kann. Weist die Schwangere Risikofaktoren für die Erkrankung auf, sollte besonders gut (engmaschig) überwacht werden.

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