Präeklampsie
Auswirkungen
Die Präeklampsie ist eine Multiorganerkrankung, das heißt, es sind mehrere Organe davon betroffen. Zu nennen sind Auswirkungen auf:
- das Zentralnervensystem
Es kann zum Hirnödem und zu Mikroblutungen kommen, die sich in Form von Sehstörungen und Kopfschmerzen bemerkbar machen.
Auftretender Klonus oder gesteigerte Reflexe können Vorboten eines eklamptischen Anfalls (s. Eklampsie) sein.
Zu rascher Blutdruckanstieg birgt die Gefahr einer Gehirnschädigung in sich. Es kann zu einer Blutung im Schädel kommen (häufigste vaskuläre Komplikation einer Präeklampsie). - das Herzkreislaufsystem
Ein erstes Zeichen der Präeklampsie ist der Bluthochdruck. Der Tag-Nacht-Rhythmus des Blutdruckes kann in unterschiedlichem Ausmaß gestört sein.
In seltenen Fällen tritt durch eine Präeklampsie ein Lungenödem oder Linksherzinsuffizienz auf. - Nieren und Flüssigkeitshaushalt
Durch eine möglicherweise auftretende Schädigung der Nierenrinde kommt es zu einer Ausscheidung von zuviel Eiweiß über den Urin. Die Absonderung von Harnsäure, Kalzium und Kallikrein ist dagegen meist vermindert.
In der Mehrzahl der Fälle (85%) kommt es zur Ödembildung. Zudem können infolge des Eiweißverlustes eine Ansammlung von Flüssigkeit in der Bauchhöhle (Aszites) sowie Pleura- und Perikardergüsse auftreten. - die Leber
Es kann zu einer Leberschwellung kommen, die sich durch Schmerzen im Oberbauch, Schwindel und Erbrechen äußert. Wie bereits erwähnt, ist eine Variante der Präeklampsie das HELLP-Syndrom, bei dem es auf Grund nachlassender Leberfunktion zu Gerinnungsstörungen kommt. Treten Schwindel, Erbrechen, eine gestörte Leberfunktion und ein verminderter Blutzuckerspiegel (Hypoglykämie) zusammen auf, kann eine Schwangerschaftsfettleber dahinter stecken. Diese ist häufig mit einer Präeklampsie verbunden. - das Blutsystem
Die Blutgerinnung ist gestört. Das kann u. a. daran liegen, dass die Anzahl der Blutplättchen (Thrombozyten) in 20% der Fälle leicht vermindert ist, die Plättchen aber vergrößert (d. h. jünger) sind. Thrombozyten spielen bei der Blutgerinnung eine wichtige Rolle. Auch die plasmatische Gerinnung kann gesteigert sein.
Bei einem Funktionsausfall von Leberzellen sind ebenfalls die Blutwerte verändert. - Plazenta und Fetus
Besonders bei einer im frühen Schwangerschaftsstadium auftretenden Form der Gestose kann eine Plazentainsuffizienz auftreten, wodurch der Fetus nicht ausreichend versorgt wird. Dies führt zu Verzögerungen im Wachstum, manchmal gar zu einem Absterben des Fetus.
Es kommt häufig zu einer vorzeitigen Plazentalösung.
Bestimmte Störungen des Blutbildes sind bei Neugeborenen nach einer Präeklampsie der Mutter gehäuft zu beobachten. Dazu gehören: Neutropenie, Thrombozytopenie und Anämie.





