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„Pille danach“

Wirkung & Sicherheit


Einnahme der Pille danach

Für den Fall, dass Verhütungsmethoden fehlgeschlagen haben (Kondom gerissen, ungeschützter Geschlechtsverkehr) gibt es die so genannte „Pille danach". Sie wird auch als Notfallverhütung bezeichnet und kann bei zeitnaher Einnahme eine Schwangerschaft zu einem hohen Prozentsatz verhindern. Heute gilt Ulipristalacetat (Ellaone®) als Mittel der Wahl.

Die Wirkung der hormonellen Methode der „Pille danach" besteht in einer Hemmung oder Verzögerung des Eisprungs (Hemmung der Follikelreifung, Verzögerung des LH-Peaks). Mit dem „LH-Peak" wird der höchste Anstieg der LH-Konzentration (LH=luteinisierendes Hormon) bezeichnet, der etwa 24 Stunden später zum Eisprung führt. Ulipristalacetat vermag bereits bei ansteigendem LH-Spiegel und einer Follikelgröße von 18 mm den Eisprung noch zu verschieben. Ulipristalacetat ist daher für die Einnahme innerhalb einem Zeitraum von fünf Tagen nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr zugelassen.

Der verzögerte Eisprung erfolgt dann etwa fünf Tage später. Diese Verzögerung ist ausreichend, um das fruchtbare (fertile) Zeitfenster zu schließen, denn Spermien haben durchschnittlich eine Überlebensdauer von 3-5 Tagen. Die hormonelle Methode hat keinen Einfluss auf die Einnistung (Implantation) einer befruchteten Eizelle. Die „Pille danach" führt daher zu keinem Schwangerschaftsabbruch, sie ist unwirksam, sobald der Prozess der Einnistung begonnen hat. Wird Ulipristalacetat nach dem LH-Peak verabreicht, kann der Wirkstoff den Eisprung nicht mehr verschieben. Aus diesem Grunde sollten hormonelle Notfallkontrazeptiva immer so schnell wie möglich verabreicht werden, um dem Eisprung zuvorzukommen. Es gilt: Je früher die "Pille danach" eingenommen wird, desto sicherer kann eine Schwangerschaft verhindert werden! Betroffene Mädchen und Frauen sollten sich daher nicht scheuen, bei einer Verhütungspanne zeitnah am nächsten Morgen ihren Frauenarzt bzw. am Wochenende den ärztlichen Bereitschaftsdienst aufzusuchen.

Nach der Pilleneinnahme kommt es in der Regel zum gewohnten Zeitpunkt zu einer Abbruchblutung, eventuell ist diese etwas stärker als sonst. Manchmal tritt auch schon vorher eine Zwischenblutung auf. Sollte die Blutung allerdings zum gewohnten Termin ausbleiben oder nur sehr schwach sein, ist umgehend der Frauenarzt aufzusuchen und ein Schwangerschaftstest zu machen. Nach der Einnahme der „Pille danach“ muss mit einer Barrieremethode, z.B. Kondom, weiter verhütet, werden.

Informationen für übergewichtige Patientinnen zur "Pille danach"

Übergewichtige Patientinnen sollten wissen, dass mit zunehmendem Körpergewicht (BMI) die kontrazeptive Sicherheit der „Pille danach" abnimmt: Ab einem Körpergewicht von 70 kg verliert das Arzneimittel Levonorgestrel (LNG) an Wirksamkeit, ab 75kg ist es unwirksam. Bei Ulipristalacetat (UPA) sind die Grenzen höher: UPA verliert an Wirksamkeit ab 90 kg und wird ab einem Körpergewicht von 95 kg unwirksam. In diesen Fällen wird der Frauenarzt möglicherweise eine "Spirale danach" (Kupfer- intrauterinpessar) empfehlen.

 

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