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22.11.2007

Gebärmutterhalskrebs: Langfristiges Risiko auch nach Behandlung der Krebsvorstufen erhöht

Eine schwedische Analyse von der Sahlgren Universitätsklinik in Göteborg ergab, dass die Behandlung einer Krebsvorstufe (cervikale intraeitheliale Neoplasie vom Grad 3 oder CIN3) am Gebärmutterhals keine vollständige Gewähr bietet, dass es im späteren Leben nicht doch noch zu einer Krebserkrankung kommt. Im Rahmen dieser Studie werteten Wissenschaftler um Björn Strander Daten aus dem schwedischen Krebsregister aus.

Bei 132.493 Frauen war im Zeitraum von 1958 bis 2002 eine so genannte CIN3 Veränderung festgestellt worden. Von diesen Frauen erkrankten später (mindestens 1 Jahr nach der Diagnose) 881 Frauen an einer invasiven Krebserkrankung (Zervixkarzinom). Im schwedischen Krebsregister wurden jedoch keine Angaben zu den Therapiemodalitäten vermerkt, so dass hierüber keine Aussagen getroffen werden können.

Die Ergebnisse der Untersuchung machten deutlich, dass mit zunehmendem zeitlichem Abstand zur Diagnose (und Therapie) das Risiko für eine Krebserkrankung am Gebärmutterhals abnimmt. Doch auch nach 25 Jahren blieb das Risiko noch signifikant erhöht. Außerdem zeigte sich, dass das Risiko für ein Zervixkarzinom ansteigt, wenn die Frauen zum Diagnose-Zeitpunkt bereits älter waren - Frauen über 50 hatten ein erheblich erhöhtes Risiko.

Die Studienautoren fordern, dass für diese Patientinnen mindestens 25 Jahre lang - besser noch lebenslang - regelmäßige Abstrichuntersuchungen angeboten werden.

Die Behandlung von CIN3-Veränderungen, der am weitesten fortgeschrittenen Krebsvorstufe am Gebärmutterhals, hat sich in den vergangen Jahren methodisch erheblich verändert. Während betroffenen Frauen noch vor Jahren die Gebärmutter entfernt wurde, wird heutzutage meist Gebärmutter-erhaltend operiert. Dabei wird der entsprechende Bereich des Gebärmutterhalses mit einer elektrischen Schlinge oder mit Laser abgetragen. Man spricht dabei von einer Konistation, die früher mit einem Skalpell durchgeführt wurde. Ein Vorteil dieser neueren Methode ist, dass weniger Komplikationen nach der Operation auftreten und vor allem, dass die Fruchtbarkeit der Frauen erhalten bleibt. Bei dem Verfahren bemüht man sich sämtliche veränderten Regionen (Dysplasien) zu entfernen. Es bleiben aber Reste der Gebärmutterschleimhaut zurück, in denen sich möglicherweise erneut eine Dysplasie und später ein Karzinom entwickeln kann - eine mögliche Erklärung für das verbleibende Restrisiko.

Quelle: Deutsches Ärzteblatt



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