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21.11.2007

Selbstschutz-Mechanismus von Candida-Hefe-Pilz identifiziert

Der Hefepilz Candida albicans kommt bei vielen gesunden Menschen auf den Schleimhäuten von Mund und Rachen und im Genitalbereich sowie im Verdauungstrakt vor. Bei Personen, die ein vermindertes Immunsystem haben, wie z. B. Organ-Transplantierte, AIDS-Erkrankte oder Krebspatienten kann sich der Pilz im Körper stark ausbreiten und schließlich gefährliche Infektionen an den inneren Organen verursachen. Um den Pilzbefall einzudämmen werden verschiedene Medikamente - häufig so genannte Azole - eingesetzt. Die Substanzen wirken, indem sie die Vermehrung des Pilzes hemmen. Nicht selten bleiben die Medikamente aber uneffektiv, weil Candida in manchen Fällen dazu in der Lage ist, den Wirkstoff aus der Zelle zu befördern. Diese „Entsorgung" wird dann durch spezielle Pumpen gewährleistet, die in großer Anzahl von dem Pilz produziert werden.

Wissenschaftlern um Dr. Joachim Morschhäuser von der Julius-Maximilans-Universität in Würzburg ist es nach zweijähriger Arbeit nun gelungen herauszufinden, durch welchen genetischen Mechanismus Candida die Produktion dieser Pumpen steigert. Die Forscher berichten dazu im „Wissenschaftsmagazin". Die Ursache ist in einer bestimmten Mutation des Erbgutes zu finden. „Durch sie wird eine veränderte Form des Proteins Mrr1p gebildet. Dabei handelt es sich um einen so genannten Transkriptionsfaktor, der die Produktion einer der Pumpen ankurbelt, die die Pilzzellen von den Medikamenten befreien", erklärt der Wissenschaftler. Bei Transkriptionsfaktoren handelt es sich um Zellbestandteile, die dazu führen, dass ein bestimmtes Gen eingeschaltet wird. Unter anderem dadurch reguliert die Zelle die mengenmäßige Bildung von Eiweißstoffen (Proteinen).

Mit der Entdeckung des Proteins Mrr1p ist grundsätzlich die Möglichkeit gegeben, neue Medikamente gegen die resistenten Pilze zu entwickeln. Denkbar ist der Ansatz das Protein bzw. den Transkriptionsfaktor auszuschalten, so dass keine Überproduktion der Pumpen mehr erfolgen kann. Es wird allerdings noch einige Zeit dauern bis derartige neue Präparate entwickelt sind, so der Studienleiter.

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