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16.11.2007

Stillen: Intellektuelle Entwicklung des Kindes von Genen abhängig

Frühere Untersuchungen konnten zeigen, dass gestillte Kinder hinsichtlich ihrer intellektuellen Entwicklung begünstigt sind. Diese Ergebnisse wurden auf die spezielle Zusammensetzung der Muttermilch bzw. des hohen Anteils an mehrfach ungesättigten Fettsäuren zurückgeführt - ein wesentlicher Unterschied zur Kuhmilch.

Nun bestätigt eine Studie in den „Proceedings of the National Academy of Sciences" die Bedeutung dieser ungesättigten Fettsäuren. Sie macht jedoch auch deutlich, dass nur ein Teil der Kinder mit einer bestimmten genetischen Ausstattung davon profitiert.

Wissenschaftler um Prof. Avshalom Caspi vom King's College in London und Kollegen aus USA und Neuseeland untersuchten genetisch Kinder aus Neuseeland (Jahrgang 1972/73) und Großbritannien (Jahrgang 1994/95). Die Wissenschaftler betrachteten das Gen FADS2 der Kinder, dessen Genprodukt - das Enzym Fettsäuredesaturase - im Körper für die Bildung der mehrfach ungesättigten Fettsäuren Docosahexaensäure und Arachidonsäure zuständig ist. Beide Fettsäuren sind ein Bestandteil der Membranen von Hirnzellen. Beim Menschen kommt das Gen in zwei verschiedenen Varianten vor (Allele), dem „C"- oder dem „G"-Allel. 90% der untersuchten Kinder hatten ein oder zwei "C"-Allele, während bei 10% auf beiden homologen Chromosomen das "G"-Allelen vorhanden war.

Die Untersuchung ergab, dass bei Kindern mit einer oder zwei "C"-Allelen die Tatsache, dass sie als Säuglinge gestillt wurden, einen signifikanten Einfluss auf ihre spätere Intelligenz im Alter von 5 bis 13 Jahren hatte. Bei diesen Kindern war der Intelligenz-Quotient (IQ) in der britischen Studie um 7,0 Punkte und in der neuseeländischen Studie um 6,4 Punkte höher. Bei dem Nachwuchs, der ausschließlich „G"-Allele besitzt,  hatte das Stillen dagegen keinen Einfluss auf den späteren Intelligenzquotienten.

Hersteller von Muttermilch-Ersatznahrung reichern ihre Produkte inzwischen mit ungesättigten Fettsäuren an.

Quelle: Ärzteblatt



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