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17.12.2007

Studie: Grippe während Schwangerschaft erhöht Schizophrenie-Risiko beim Nachwuchs

Eine Grippe-Erkrankung in der Schwangerschaft kann für das Ungeborene die Wahrscheinlichkeit im späteren Leben an Schizophrenie zu erkranken um das 8-fache erhöhen. Dies ist das Fazit einer dänischen Studie, in der Wissenschaftler um Majella Byrne von der Aarhus University das Auftreten von Schizophrenie mit einer Reihe von Ereignissen im Verlauf von Schwangerschaft und Geburt in Zusammenhang bringen konnten. Sie ist im Fachmagazin der US-amerikanischen Schizophrenia International Research Society veröffentlicht. „Dieses Ergebnis bestätigt frühere Untersuchungen und auch die Erkenntnis, wonach bei Menschen, die in Winter- und Frühjahrsmonaten oder nach einer Grippe-Epidemie geboren werden, Schizophrenie gehäuft auftritt", kommentiert Dr. Michael Wojcinski vom Berufsverband der Frauenärzte e. V. (BVF) die Datenlage. „Bei einer anstehenden Influenza-Saison - in Deutschland von Dezember bis April - ist zu bedenken, dass Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und Stillperiode mit einer erhöhten gesundheitlichen Belastung verbunden sind, die während dieser Zeit eine Grippe-Infektion besonders gefährlich werden lassen. Für Frauen mit Kinderwunsch ist daher eine Grippe-Impfung im Vorfeld der Schwangerschaft auf jeden Fall günstig. Auch Schwangere sollten sich bezüglich einer Influenza-Impfung von ihrem Gynäkologen beraten lassen", ergänzt der Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Impfen des BVF und fügt hinzu: „In den USA ist die Impfung gegen Influenza in der Schwangerschaft schon lange Zeit eine Empfehlung des Centers for Disease Control (CDC) .

Risiko für Schizophrenie um das Achtfache erhöht

In der Untersuchung wurde deutlich, dass ein erhöhtes Schizophrenie-Risiko des Nachwuchses tatsächlich mit bestimmten Ereignissen während der Schwangerschaft in Zusammenhang steht. So erhöht sich die Erkrankungs-Wahrscheinlichkeit beispielsweise bei Frühgeborenen (in bzw. vor der 37.Schwangerschaftswoche) um den Faktor 1,5, durch Nicht-Teilnahme der Mutter an der Schwangerenvorsorge um den Faktor 2 und bei Geburtskomplikationen um den Faktor 2,4. Hatte die Mutter im Verlauf ihrer Schwangerschaft eine Grippe-Erkrankung durchgemacht, war das Risiko für eine spätere Schizophrenie-Erkrankung mit dem Faktor 8,2 am größten. „Dies ist nicht die erste Studie, die eine Influenza-Erkrankung während der Schwangerschaft mit einem erhöhten Schizophrenie-Risiko des Nachwuchses in Verbindung bringt", fügt Dr. Wojcinski hinzu. „Andere Untersuchungen legten nahe, dass eine Grippe-Erkrankung in der ersten Hälfte der Schwangerschaft das Risiko des ungeborenen Kindes, eine Schizophrenie zu entwickeln, 3- bis 7-fach erhöhen könnte. Jüngst wurde im Tiermodell deutlich, dass offenbar ein mütterlicher Immunbotenstoff - das Interleukin-6 -, der bei einer Grippe-Virus-Infektion ausgeschüttet wird, für die fetale Fehlentwicklung, die zu einer Schizophrenie führen kann, ursächlich ist. Bedenkt man, dass das Lebenszeit-Risiko für eine schizophrene Erkrankung bei 1% liegt, dann ist eine Steigerung auf 8% nicht zu vernachlässigen", gibt der Gynäkologe zu bedenken.  

Mehr als 26.000 Personendaten ausgewertet

Die aktuelle Untersuchung basiert auf Aufzeichnungen verschiedener dänischer Bevölkerungs- und Geburten-Register sowie auf Angaben zu Schizophrenie-Erkrankungen durch den Psychiatrischen Dienst. Diese Datenbanken ermöglichten es den Wissenschaftlern, entsprechende Studienteilnehmer und die Identität von deren Müttern zu ermitteln. Zudem konnten wichtige Informationen wie beispielsweise zum damaligen Schwangerschaftsverlauf oder der Art der Entbindung in Erfahrung gebracht werden, deren Einfluss auf das Schizophrenie-Risiko untersucht werden sollte. Neben diesen medizinischen Aspekten wurden noch weitere Faktoren wie die Teilnahme der Mutter an der Schwangerenvorsorge sowie der sozioökonomische Hintergrund der Familien in der Untersuchung berücksichtigt.
In die Studie gingen 1.039 Personen mit einer SSchizophrenie-Diagnose ein. Ihnen standen knapp 25.000 Kontroll-Personen gegenüber. Sämtliche Studienteilnehmer, waren zwischen 1973 und 1983 geboren worden und 65% von ihnen waren männlich.



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