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11.12.2007

Fruchtwasser-Untersuchung mit Risken verbunden - Ultraschall als schonende Alternative

Fruchtwasseruntersuchungen zur Früherkennung von angeborenen Erkrankungen und Behinderungen eines ungeborenen Kindes bergen nach wie vor Risiken - bis hin zum Abgang des ungeborenen Babys (Fetus). Dies ist das Ergebnis einer Studie mit Daten von mehr als 20.000 Schwangeren, die in der Fachzeitschrift „Ultraschall Med" veröffentlicht wurde. Die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) empfiehlt den verstärkten Einsatz eines risikoarmen Ersttrimester-Screenings, nämlich die Kombination von Ultraschalluntersuchung und Blutanalyse.

In der Regel erfolgt eine Fruchtwasseruntersuchung, die so genannte Amniozentese, zwischen der 14. und 16. Schwangerschaftswoche. Ziel dieser Untersuchung ist es, Zellen des Embryos zu gewinnen, um den Chromosomen-Satz auf mögliche Abnormalitäten hin zu überprüfen. Für Frauen über 35 Jahre ist die Fruchtwasseruntersuchung Bestandteil der Schwangerschaftsvorsorge. Um die Zellen des ungeborenen Babys zu gewinnen, durchstößt der Arzt unter Ultraschallansicht mit einer Hohlnadel die mütterliche Bauchwand und saugt Fruchtwasser aus der Fruchtblase ab.

Der Privatdozent Dr. med. Peter Kozlowski vom Institut "Praenatal-Medizin und Genetik", einem Düsseldorfer Pränatalzentrum, untersuchte den Schwangerschaftsverlauf von 20.000 Frauen, bei denen eine Amniozentese durchgeführt wurde. Er verglich die Daten mit knapp 13.000 Schwangerschaften, deren Vorsorge mit Ultraschall aber ohne Fruchtwasseruntersuchung erfolgte. Dabei wurde deutlich, dass eine Amniozentese die Rate an Fehlgeburten von 0,82% auf 1,31% erhöhte. Dem entspricht etwa eine zusätzliche Fehlgeburt pro 200 Fruchtwasseruntersuchungen.

Die DEGUM schlägt daher vor, die Zahl der Fruchtwasseruntersuchungen durch Einsatz eines nicht-invasiven Ersttrimester-Screenings zu reduzieren. Dieses besteht in einer Kombination von Ultraschall-Untersuchung durch qualifizierte Ärzte und Blutanalyse im ersten Schwangerschaftsdrittel. Allerdings sollte nach Ansicht der DEGUM denjenigen Schwangeren weiterhin eine Amniozentese angeboten werden, bei denen eine Ultraschall-Untersuchung den Verdacht auf eine angeborene Erkrankung ergeben hat.

Die Amniozentese stellt ein besonders großes Risiko dar, wenn sie sehr früh, nämlich bereits mit 13 Schwangerschaftswochen durchgeführt wird. Im Vergleich zu einem späteren Untersuchungstermin wurden diese Kinder der Studie zufolge fast dreifach häufiger mit einem Klumpfuß geboren. Absolut gesehen war diese Behinderung zwar selten (Rate 0,29 Prozent), dennoch müssen die Frauen nach Ansicht der DEGUM darauf hingewiesen werden.



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