Frauenärzte im Netz

Aktuelle Meldungen


06.12.2007

Familiäre Situation beeinflusst den Eintritt der Pubertät bei Mädchen

Das familiäre Umfeld nimmt auf den Reifungsprozess von Mädchen Einfluss. Während Mädchen aus günstigen familiären Verhältnissen eher später geschlechtsreif werden, setzt bei Mädchen, die in schwierigen Verhältnissen aufwachsen, die Pubertät früher ein. Wissenschaftler der University of Arizona und der University of Wisconsin-Madison haben dazu eine Untersuchung gemacht und die Ergebnisse im Fachmagazin „Child Development" veröffentlicht.   

Die Intension der Forscher war es, ein älteres Modell (von Jay Belsky) zu überprüfen, welches bereits 1991 einen Zusammenhang zwischen den familiären Bedingungen und dem Reifeprozess von Kindern beschrieb. Nach der Theorie von Belsky beeinflussen frühkindliche Erfahrungen mit bestimmten Stressoren rund um das Familienleben die Entwicklung der Kinder. Dabei beschleunigen ungünstige Bedingungen die Pubertät sowie auch den Zeitpunkt der sexuellen Aktivität. Bei diesen Stressoren handelt es sich um Ehestreitigkeiten sowie schwierige unter Druck stehende Eltern-Kind-Beziehungen und ein Mangel an gegenseitiger Unterstützung.

Um diese Theorie zu überprüfen, untersuchten die Wissenschaftler um Bruce J. Ellis Familien von 227 Vorschulkindern über einen längeren Zeitraum. Dabei berücksichtigten sie insbesondere potentielle Stressoren wie sozioökonomische Bedingungen im Familienleben, Ehestreitigkeiten, väterliche Depressionen und das Ausmaß der Unterstützung der Kinder durch das Elternhaus. Diese Rahmenbedingungen wurden mit Hilfe eines Fragebogens ermittelt, den die Eltern ausfüllten sollten. Die Forscher maßen den Hormonspiegel von insgesamt 120 Kindern - darunter 73 Mädchen - und schauten, ob im Alter von 11 Jahren schon Anzeichen der Pubertät vorlagen.

Die Ergebnisse der Studie bestätigten die Aussage des früheren Modells, wonach das Familienleben einen großen Einfluss auf den Zeitpunkt des Eintritts der Pubertät und dadurch auch auf die spätere psychische und physische Gesundheit der Kinder hat. Mädchen aus sozial schwachen Elternhäusern mit vielen Ehestreitigkeiten und depressiven Vätern erreichen früher ihre Geschlechtsreife. Hingegen lässt ein stabiles Elternhaus Mädchen später pubertieren.
Mädchen, die relativ früh pubertieren müssen eher mit gesundheitlichen Schwierigkeiten rechnen. Die Pubertät wird stärker von Stimmungsschwankungen begleitet und auch Suchtprobleme sind häufiger. Darüber hinaus erhöht eine früh einsetzende Östrogenproduktion auch die Wahrscheinlichkeit für eine spätere Krebserkrankung.

Die Wissenschaftler erhoffen sich, mit einem besseren Bild über die Einflüsse der Pubertät auf das spätere Leben, vorbeugende Strategien für besonders gefährdete Mädchen zu entwickeln.



Artikel drucken   Artikel empfehlen

Im Fokus

Rauchfrei Programm: zeitgemäße, erprobte Unterstützung bei Tabakabhängigkeit

Rauchern kann heute eine erfolg- reiche Unter- stützung angeboten werden, langfristig ihren Tabakkonsumen  zu beenden und zufrieden rauchfrei zu leben.

zum Artikel...

Selbstuntersuchung der Brust

Lernen Sie das Gewebe Ihrer Brüste kennen. Nehmen Sie zunächst einfach nur Ihren Körper mit den unterschiedlichen Geweben und Strukturen wahr. Die Animation im Artikel kann Ihnen dabei behilflich sein.

zum Artikel...

Waren Sie 2012 schon bei Ihrem Frauenarzt?

Die jährliche Krebsfrüh- erkennung ist ein wichtiger Baustein der Gesundheitsvorsorge. Der beste Termin für den Abstrich am Gebärmutterhals ist die Zyklusmitte.

zum Artikel...

Schwangere Frauen gesucht

Die Uni Erfurt und das Robert-Koch-Institut führen eine Studie zu Gesundheitsentscheidungen durch uns suchen Teilnehmerinnen.

zum Artikel...

Forum beantwortet Fragen zur HPV-Impfung

Eltern und Jugendliche können im Internet persönliche Fragen zur HPV-Impfung und auch zum Impfen im Allgemeinen an Experten richten: www.impfenimdialog.de/

zum Artikel...

"Frauenkrankheiten" von A bis Z

Die typischen Frauen- krankheiten betreffen die weiblichen Geschlechtsorgane und hängen meist stark mit dem Hormonhaushalt zusammen ...

zum Artikel...

Vorsorgeuntersuchungen und Krebsfrüherkennung

Obwohl alle Kranken- versicherten Anspruch auf regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen haben, wird dieses Angebot in Deutschland erstaunlich wenig wahrgenommen. Dabei sind heute viele Erkrankungen bei rechtzeitiger Diagnose heilbar.

zum Artikel...

Zellauffälligkeiten am Gebärmutterhals

Was bedeutet der Pap-Befund und wie geht es bei Auffälligkeiten beim Abstrich weiter?

zum Artikel...

Sexualität - Das erste Mal

Offene Gespräche und eine gemein- same Vorbereitung sind für ein gelungenes „erstes Mal" wichtig.

zum Artikel...

Pille vergessen - und jetzt?

Wurde die planmäßige Einnahme der Pille versäumt, sollte die fehlende Tablette am besten sofort nachgenommen werden. Ob zusätzlich verhütet werden muss erfahren Sie hier.

zum Artikel...