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23.05.2012 Frauenärzte warnen vor der Freigabe der „Pille danach“
Die Erfahrungen im In- und Ausland, wo aus personeller und finanzieller Not die Verordnungspflicht aufgehoben wurde, haben gezeigt, dass die kompetente ärztliche Beratung erforderlich ist, weil Mädchen und Frauen im „Notfall" nicht einschätzen können, ob und wann sie die „Pille danach" einnehmen müssen. „Die Rate der Schwangerschaftsabbrüche konnte durch eine Freigabe nicht reduziert werden", betont Dr. Albring. Da Deutschland über zehntausend niedergelassene Frauenärzte verfügt und einen ärztlichen Bereitschaftsdienst rund um die Uhr sicherstellt, brauchen Frauen in Deutschland auf die wichtige Diagnose, und Beratung über Risiken und Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen (20%), Erbrechen/Übelkeit (15%), Dysmenorrhoe (15%), von denen nur die Hälfte aller Frauen nicht betroffen sind, nicht zu verzichten. „Kopfschmerzen verbunden mit Seh- und Hörstörungen mit sensorischen Ausfällen nach der Einnahme müssen besonders beobachtet werden", ergänzt der Gynäkologe. Mehr als 50% aller Betroffenen bedürfen gar keiner NotfallkontrazeptionDie Anwendung der „Pille danach" ist nur innerhalb eines bestimmten Zeitfensters im Frauenzyklus angebracht und wirksam. Außerhalb dieser Zeit können Frauen nicht schwanger werden und setzen sich umsonst dem Risiko von Nebenwirkungen, sowie den Kosten aus. „So ist die Anwendung der Pille danach bei über der Hälfte der Patientinnen gar nicht erforderlich", meint Dr Albring. Frauen nutzen die Verordnung der ‚Pille danach‘ beim Frauenarzt beinahe immer auch, um sich über Verhütung, Sexualität und sexuell übertragbare Erkrankungen zu informieren. Laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) schätzen Mädchen die fachliche Kompetenz, Neutralität und professionelle Distanz in dem offenen und vertrauensvollen Gespräch. „Weil 13% der Mädchen mit deutscher Staatsangehörigkeit und 19% mit Migrationshintergrund von sexuellen Kontakten gegen ihren Willen berichten, kommt der ärztlichen Betreuung im ‚Notfall‘ eine weitere Bedeutung zu", betont der niedergelassene Frauenarzt aus Hannover. Nachdem auch Europa 2009 endlich die Verschreibungspflicht eingeführt hat, stößt der Wunsch nach isolierter Freigabe in Deutschland bei den Wissenschaftlern auf völliges Unverständnis. Weitere Meldungen zum Thema:
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