Frauenärzte im Netz

Aktuelle Meldungen


20.09.2010

Grippe-Impfung bei Kinderwunsch sinnvoll

Frauen, die aktuell ein Kind bekommen möchten und die Empfängnisverhütung absetzen, sollten sich gegen Influenza impfen lassen, um im Fall einer Schwangerschaft besser geschützt zu sein. Hintergrund dieser Empfehlung des Berufsverbandes der Frauenärzte (BVF) ist die Beobachtung aus früheren Grippe-Wellen, dass Schwangere ein höheres Risiko für schwere Krankheitsverläufe haben. „Verschiedene immunologische und physische Veränderungen während einer Schwangerschaft tragen dazu bei, dass werdende Mütter sich leichter infizieren und Atemwegsinfekte problematischer verlaufen. Schwangere sind beispielsweise anfälliger für Komplikationen wie etwa Lungenentzündungen, die dann recht schwerwiegend oder gar lebensbedrohlich verlaufen können. Für gesunde Frauen mit Kinderwunsch ist daher eine Impfung gegen die aktuellen Grippe-Erreger ohne Einschränkung anzuraten - sie wären dann von Beginn einer möglichen Schwangerschaft an geschützt", rät Dr. Michael Wojcinski, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Impfen des Berufsverbandes der Frauenärzte (BVF).

Auch für alle Frauen, die bereits schwanger sind, ist eine Impfung empfohlen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut hat erstmals die explizite Empfehlung für schwangere Frauen ausgesprochen. „Alle Schwangeren sollen ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel eine Impfung erhalten. Liegt eine chronische Erkrankung - wie beispielsweise Asthma - vor, sollten sich Betroffene bereits im ersten Schwangerschaftsdrittel impfen lassen", erklärt der Impfexperte des BVF.

Bei den Impfempfehlungen spielt darüber hinaus auch die Überlegung eine Rolle, die Neugeborenen, die selbst noch nicht immunisiert werden können, vor einer Ansteckung mit Influenza-Viren zu schützen. „Mütterliche Antikörper gegen Grippe-Erreger können über die Plazenta an das ungeborene Kind weitergegeben werden. Der Säugling erhält dadurch in den ersten Wochen nach der Geburt eine gewisse Immunität gegen eine Infektion - den so genannten Nestschutz", ergänzt der niedergelassene Frauenarzt aus Bielefeld.

Bei der Grippe-Impfung handelt es sich um einen so genannten Totimpfstoff, der keine infektiösen Bestandteile enthält.  Totimpfstoffe können während der Schwangerschaft verabreicht werden. Lediglich für Frauen, die an einer Hühnereiweiß-Allergie leiden, ist die Impfung nicht uneingeschränkt empfohlen, da entsprechende Bestandteile in der Impfung enthalten sind.
Die saisonalen Impfstoffe, die nun auf dem Markt sind, schützen vor drei Grippe-Stämmen. Darunter ist auch das pandemische Influenza-Virus. "Die Grippe-Impfstoffe sind frei von Wirkverstärkern und enthalten auch keine Substanzen, die für das Ungeborene gefährlich werden könnten", ergänzt Dr. Wojcinski.

Die Pressemeldung des BVF ist zur Veröffentlichung freigegeben. Bitte weisen Sie bei Verwendung im Printbereich auf das Informationsportal des BVF, www.frauenaerzte-im-netz.de, hin. Bei Online-Veröffentlichung erbitten wir eine Verlinkung auf die Website.



Artikel drucken   Artikel empfehlen

Im Fokus

Rauchfrei Programm: zeitgemäße, erprobte Unterstützung bei Tabakabhängigkeit

Rauchern kann heute eine erfolg- reiche Unter- stützung angeboten werden, langfristig ihren Tabakkonsumen  zu beenden und zufrieden rauchfrei zu leben.

zum Artikel...

Selbstuntersuchung der Brust

Lernen Sie das Gewebe Ihrer Brüste kennen. Nehmen Sie zunächst einfach nur Ihren Körper mit den unterschiedlichen Geweben und Strukturen wahr. Die Animation im Artikel kann Ihnen dabei behilflich sein.

zum Artikel...

Waren Sie 2012 schon bei Ihrem Frauenarzt?

Die jährliche Krebsfrüh- erkennung ist ein wichtiger Baustein der Gesundheitsvorsorge. Der beste Termin für den Abstrich am Gebärmutterhals ist die Zyklusmitte.

zum Artikel...

Schwangere Frauen gesucht

Die Uni Erfurt und das Robert-Koch-Institut führen eine Studie zu Gesundheitsentscheidungen durch uns suchen Teilnehmerinnen.

zum Artikel...

Forum beantwortet Fragen zur HPV-Impfung

Eltern und Jugendliche können im Internet persönliche Fragen zur HPV-Impfung und auch zum Impfen im Allgemeinen an Experten richten: www.impfenimdialog.de/

zum Artikel...

"Frauenkrankheiten" von A bis Z

Die typischen Frauen- krankheiten betreffen die weiblichen Geschlechtsorgane und hängen meist stark mit dem Hormonhaushalt zusammen ...

zum Artikel...

Vorsorgeuntersuchungen und Krebsfrüherkennung

Obwohl alle Kranken- versicherten Anspruch auf regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen haben, wird dieses Angebot in Deutschland erstaunlich wenig wahrgenommen. Dabei sind heute viele Erkrankungen bei rechtzeitiger Diagnose heilbar.

zum Artikel...

Zellauffälligkeiten am Gebärmutterhals

Was bedeutet der Pap-Befund und wie geht es bei Auffälligkeiten beim Abstrich weiter?

zum Artikel...

Sexualität - Das erste Mal

Offene Gespräche und eine gemein- same Vorbereitung sind für ein gelungenes „erstes Mal" wichtig.

zum Artikel...

Pille vergessen - und jetzt?

Wurde die planmäßige Einnahme der Pille versäumt, sollte die fehlende Tablette am besten sofort nachgenommen werden. Ob zusätzlich verhütet werden muss erfahren Sie hier.

zum Artikel...