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30.07.2010

Stärkung von Frauenrechten ist Voraussetzung für erfolgreiche HIV-Prävention

Soziale und ökonomische Benachteiligung sowie Gewalt sind Faktoren, die zu einer besonderen HIV-Gefährdung von Frauen führen. Nach Angaben von UNAIDS ist HIV die Hauptursache für Krankheit und Tod bei Frauen zwischen 15 und 49 Jahren. In Afrika südlich der Sahara sind 60 Prozent der Menschen mit HIV weiblich. Gewalt gegen Frauen und Mädchen ist einer der Gründe für diese globale Entwicklung: Bis zu 70 Prozent der Frauen machen im Laufe ihres Lebens Erfahrungen mit Gewalt, in Südafrika wird jede Minute eine Frau vergewaltigt.

Frauen, die Angst vor Gewalt haben oder diese bereits erleben, haben keine Möglichkeit, geschützten Geschlechtsverkehr einzufordern, sie nehmen HIV-Tests weniger in Anspruch, verheimlichen oft ihre Infektion und haben daher meist auch keinen Zugang zu Behandlung. Eine weitere Ursache für die hohe Gefährdung von Frauen ist die Benachteiligung etwa im Zugang zu Bildung, zum Arbeitsmarkt und zum Gesundheitssystem. Frauen sorgen in der Regel für die Kinder und haben daher geringere Chancen auf Berufstätigkeit und eigene Einkünfte. Weltweit haben nur 38 Prozent der jungen Frauen korrekte und umfassende Informationen über HIV/AIDS. Von den 110 Millionen Kindern, die keine Schule besuchen, sind zwei Drittel Mädchen. "Die Stärkung von Frauenrechten weltweit ist eine grundlegende Voraussetzung für die erfolgreiche Bekämpfung von HIV", betont Dr. Ulrich Heide, geschäftsführender Vorstand der Deutschen AIDS-Stiftung. "Die Regierungen der besonders betroffenen Länder, aber auch die internationale Staatengemeinschaft sind aufgefordert, sich gegen die Benachteiligung von Frauen einzusetzen, damit sie gleichberechtigten Zugang zu Aufklärung, Prävention und medizinischer Therapie erhalten.

" Um Frauen besonders für sie geeignete Präventionsmöglichkeiten zur Verfügung stellen zu können, müsse die Forschung an AIDS-Impfstoffen und Mikrobiziden verstärkt fortgesetzt werden. Pro Jahr kommen weltweit rund 400.000 Babys mit HIV auf die Welt. "Durch eine Behandlung könnte die Übertragungsrate fast auf Null gesenkt werden", so Heide. Die Stiftung fördert daher das DREAM-Programm der Gemeinschaft Sant`Egidio in Mosambik, das sich die Verhinderung der Mutter-Kind-Übertragung von HIV zum Ziel gesetzt hat. Über 98 Prozent der Babys werden dort HIV-negativ geboren. HIV-positive Frauen werden zu Activistas ausgebildet, die wiederum andere Frauen über HIV/AIDS aufklären. Außerdem unterstützt die Stiftung das Projekt HOPE Cape Town in Südafrika. Die HOPE-Gesundheitsarbeiterinnen arbeiten eng mit den Krankenhäusern zusammen, machen Hausbesuche und führen die wichtige Beratung und Unterstützung in den Familien fort.



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