Aktuelle Meldungen
|
31.08.2010 Wochenbettdepressionen durch ungünstige Stoffwechselvorgänge im Gehirn
Die Geburt ihres Kindes ist für die meisten Frauen einer der anstrengendsten, aber auch glücklichsten Tage in ihrem Leben. Umso unverständlicher erscheint es, dass fast drei Viertel aller Mütter kurz nach der Geburt in tiefer Melancholie versinken. Neben extremer Traurigkeit leiden sie auch unter Stimmungsschwankungen, Angstzuständen, Schlaf- und Appetitlosigkeit sowie Reizbarkeit. Die Gründe dafür waren lange Zeit unklar. Inzwischen weiß man, dass der Östrogen-Spiegel innerhalb der ersten drei bis vier Tage nach der Geburt um das 100- bis 1000-Fache abfällt. Genau umgedreht proportional steigt dagegen der Anteil des Enzyms Monoamin-Oxidase A, kurz MAO-A genannt. Man findet das Enzym mit deutlich erhöhter Konzentration in Gliazellen und Neuronen. Dort baut es die Neurotransmitter Serotonin, Dopamin und Noradrenalin ab. Diese Neurotransmitter sind neben der Signalweiterleitung zwischen Nervenzellen auch für unsere allgemeine Stimmung verantwortlich. Fehlen sie, werden wir erst traurig, später vielleicht depressiv. Mithilfe der Positronen-Emissions-Tomografie (PET) - einem bildgebenden Verfahren, das durch die Aufzeigung der Verteilung einer schwach radioaktiv markierten Substanz im Organismus Bilder erzeugt - maßen die Forscher die Verteilung eines radioaktiv markierten Liganden im Gehirn, der sehr spezifisch und mit hoher Affinität an das Enzym Monoamin-Oxidase A bindet. Somit fanden sie heraus, dass der Anteil an MAO-A im Gehirn von Frauen, die gerade ein Kind zur Welt gebracht hatten, durchschnittlich 43 Prozent höher lag als bei der Kontrollgruppe, die aus Frauen bestand, die entweder vor sehr langer Zeit oder noch gar keine Kinder geboren hatten. Alle Gehirnregionen waren von erhöhten MAO-A Konzentrationen betroffen und die höchsten Werte wurden am fünften Tag nach der Geburt gemessen. Dieser Befund geht mit der Tatsache einher, dass auch die Stimmung der Mütter an diesem Tag oft ihren Tiefpunkt erreicht. Ernsthafte Wochenbettsmelancholie ist oft die Vorstufe einer Depression. Um diese zu verhindern, bieten sich verschiedene Therapieansätze an. Zum einen kann man versuchen, mit selektiven Hemmstoffen die starke Aktivität von MAO-A zu erniedrigen, zum anderen könnte eine Erhöhung der Konzentration an Neurotransmittern die Stimmung wieder aufhellen. Beide Möglichkeiten haben das Ziel, den Spiegel an Neurotransmittern im Gehirn nach der Geburt hoch zu halten. Da die Behandlungsansätze mit der Tatsache vereinbar sein müssen, dass die meisten Mütter ihre Säuglinge stillen, muss ausgeschlossen werden, dass etwaige Medikamente die Entwicklung des Kindes beeinträchtigen könnten. Deshalb soll in künftigen Studien untersucht werden, ob die Verabreichung der natürlichen Aminosäuren Tryptophan und Tyrosin, die erst vom Körper in die Neurotransmitter Serotonin und Dopamin umgewandelt werden, bereits einen positiven Effekt hat. "Unsere Ergebnisse besitzen aufregendes Potential, um in Zukunft Stimmungsschwankungen von Müttern kurz nach der Geburt zu verhindern und Depressionen vorzubeugen" meint Julia Sacher, Erstautorin der Studie. Originalveröffentlichung: J. Sacher, A. A. Wilson, S. Houle, P. Rusjan, S. Hassan, P. M. Bloomfield, D. E. Stewart, J. H. Meyer Elevated Brain Monoamine Oxidase A Binding in the Early Postpartum Period Arch Gen Psychiatry 67(5):468-474 (2010)
Weitere Meldungen zum Thema:
|
Im Fokus
Schwangere Frauen gesucht
|
Bei Zweifel an Brustimplantaten an Operateur werden
|
Vorsorgeuntersuchungen und Krebsfrüherkennung
|
Forum beantwortet Fragen zur HPV-Impfung
Eltern und Jugendliche können im Internet persönliche Fragen zur HPV-Impfung und auch zum Impfen im Allgemeinen an Experten richten: www.impfenimdialog.de/ |
Schwanger ab 35
|
"Frauenkrankheiten" von A bis Z
|
Kosmetische & ästhetische Korrekturen
|
Sexualität - Das erste Mal
|
Pille vergessen - und jetzt?
|
Waren Sie 2012 schon bei Ihrem Frauenarzt?
|



Innerhalb der ersten Woche nach der 


Die Uni Erfurt und das Robert-Koch-Institut führen eine Studie zu Gesundheitsentscheidungen durch uns suchen Teilnehmerinnen.
Erste Anlaufstelle beim Verdacht auf minderwertige Brustimplantate des Hersteller Poly Implant Prothèse PIP ist der Arzt, der die Implantate eingesetzt hat.
Obwohl alle Kranken- versicherten Anspruch auf regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen haben, wird dieses Angebot in Deutschland erstaunlich wenig wahrgenommen. Dabei sind heute viele Erkrankungen bei rechtzeitiger Diagnose heilbar.
Je später eine Schwanger- schaft geplant wird, desto wichtiger ist die körperliche Gesundheit der Frauen und ihr Lebensstil.
Die typischen Frauen- krankheiten betreffen die weiblichen Geschlechtsorgane und hängen meist stark mit dem Hormonhaushalt zusammen ...
Viele Frauen möchten sich operativ verändern. Zu bedenken ist, dass kosmetische Eingriffe an einem gesunden Körper durchgeführt werden, ihn unwiederbringlich verändern
Offene Gespräche und eine gemein- same Vorbereitung sind für ein gelungenes „erstes Mal" wichtig.
Wurde die planmäßige Einnahme der Pille versäumt, sollte die fehlende Tablette am besten sofort nachgenommen werden. Ob zusätzlich verhütet werden muss erfahren Sie hier.
Die jährliche Krebsfrüh- erkennung ist ein wichtiger Baustein der Gesundheitsvorsorge. Der beste Termin für den Abstrich am Gebärmutterhals ist die Zyklusmitte.