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16.07.2010

Bei immer mehr Frauen wird die Brust nach Krebs erhalten

Bei drei von vier Frauen mit Brustkrebs kann die Brust gerettet werden. Der Fortschritt bei Operationstechniken und Therapien macht es möglich, bei durchschnittlich 72 Prozent der Patientinnen die Brust zu erhalten. Das berichtete der Gynäkologe und wissenschaftliche Leiter der 8. Düsseldorfer Brustkrebskonferenz (DBCC), Mahdi Rezai. Drei Tage lang erörtern mehr als 1400 Fachmediziner und Wissenschaftler aus dem In-und Ausland neue Therapien und Methoden zur Erhaltung und zum Wiederaufbau der Brust bei krebskranken Frauen. Rezai ist Mitbegründer des Westdeutschen Brustcentrums (WBC), das die anonymisierten Patientendaten von fast 230 Kliniken sammelt und analysiert. Die Düsseldorfer Brustkrebskonferenz findet alle zwei Jahre statt.

Schondere Therapien und verbesserte Rekonstruktinstechniken

Bei der Erhaltung der Brust gibt es neue Methoden, sagte Rezai, der auch Direktor des Brustkrebszentrums im Luisenkrankenhaus in Düsseldorf ist. So werden teilweise Netze aus Titan statt Eigengewebe eingesetzt. Auch Schweinehaut werde beim Wiederaufbau der Brust verwendet. Bislang hat es dabei keine Abstoßungsreaktionen gegeben. Ein völlig neuer Weg ist zudem, Fett-Stammzellen zu isolieren und diese in die Brust zu injizieren, so dass die Brust neu aufgebaut wird. Bei den Rekonstruktionstechniken ist die Operationszeit von früher sechs bis acht Stunden auf zwei bis zweieinhalb Stunden verkürzt worden.

Rezai empfiehlt als Vorsorge die regelmäßige Röntgenuntersuchung der Brust. „Es gibt keine bessere Methode als die Mammografie", sagte er. Andere Vorsorgetechniken sind ergänzend sinnvoll. Verbesserungsbedarf sehen Brustkrebs-Experten allerdings noch bei den seit fünf Jahren in Deutschland laufenden Reihenuntersuchungen bei Frauen zwischen 50 und 70 Jahren. Nach Ansicht des Gynäkologen Prof. Serban-Dan Costa von der Uniklinik Magdeburg sollte die Reihen-Mammografie auch auf Frauen über 70 Jahre ausgeweitet werden. Gerade in dieser Altersgruppe werde das Mammakarzinom häufig erst in einem späten Stadium entdeckt. Bei der Teilnahme am Screening könnten Tumore eventuell früher identifiziert werden, so dass möglicherweise nur kleinere Operationen notwendig würden.

Jährlich erkranken etwa 57 000 Frauen in Deutschland neu an Brustkrebs. Die meisten Patientinnen sind älter als 60 Jahre. Brustkrebs ist die häufigste Tumorart bei Frauen in Deutschland. Rund 19 000 Patientinnen sterben jährlich daran.

Quelle: dpa



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