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18.06.2010

Aidsinfektionen bleiben auf hohem Niveau

Die Zahl der Aidsinfektionen in Deutschland verharrt auf unverändert hohem Niveau. Das geht aus dem Aids- Jahresbericht des Robert Koch-Instituts (RKI) hervor. Demnach wurden dem Institut 2856 Neuinfektionen mit dem Aidserreger HIV im Jahr 2009 gemeldet. Das waren etwa so viele wie im Vorjahr (2843). Immerhin habe sich seit 2007 der in den Jahren davor beobachtete Anstieg deutlich verlangsamt, schreibt das RKI.

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) führt diese Verlangsamung auch auf eine erfolgreiche Aids-Prävention zurück. Kondome seien heute beliebter denn je, betonte die Zentrale in Köln. Vier von fünf (79 Prozent) Singles unter 45 benutzten beim Sex die schützenden Gummis, das sei der bislang höchste Wert. 1998 seien es erst drei von fünf (58 Prozent) gewesen.

Konsequente Anwendung von Präservativen schützt

Nach der regelmäßigen repräsentativen Befragung kommen Kondome besonders zu Beginn neuer Beziehungen zum Einsatz: 86 Prozent der 16- bis 44-Jährigen gaben an, mit einem neuen Partner zunächst Kondome benutzt zu haben. Besonders die 16- bis 20-Jährigen vertrauen auf Kondome. Unter ihnen fühlen sich 90 Prozent auch gut oder sehr gut in der Lage, diesen Schutz einzufordern. Insgesamt 215 Millionen Gummis kauften die Deutschen im vergangenen Jahr.

Den größten Anteil der HIV-Infektionen stellten 2009 unverändert homosexuelle Männer. In dieser Gruppe registrierte das RKI einen leichten Anstieg um 3,3 Prozent auf 1629 Fälle. Im selben Umfang nahmen auch Infektionen unter Heterosexuellen zu, von 410 auf 423.

Unter Drogenabhängigen sank die Zahl registrierter Infektionen dagegen um 20 Prozent auf 100. Eine eindeutige Ursache für den Rückgang lässt sich nicht angeben. Mit insgesamt 461 Fällen steckten sich wesentlich weniger Frauen an als Männer.

Seit 2001 ist die Zahl der registrierten HIV-Neuinfektionen kontinuierlich gestiegen. Als Ursachen gelten unter anderem eine zunehmende Sorglosigkeit in manchen Risikogruppen sowie ein Anstieg der Syphilis, die eine HIV-Infektion begünstigt. Zudem ist die Zahl der Aidstests gestiegen, so dass Infektionen früher entdeckt werden. Dies könnte allerdings nur zu einer vorübergehenden Zunahme der registrierten Infektionen führen und keinen dauerhaften Anstieg erklären.



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