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17.08.2010

Hepatitis-Impfschutz bei vielen Jugendlichen zu gering

Viele Jugendliche sind nach Angaben von Experten nicht ausreichend gegen Hepatitis B geschützt. Nur etwa die Hälfte der Teenager habe einen angemessenen Impfschutz gegen die virusbedingte Leberentzündung, mahnt der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Das Virus ist dem Verband zufolge 100-mal infektiöser als HIV. Es werde durch kleinste Spuren von Blut, Speichel oder anderen Körperflüssigkeiten übertragen und könne durch winzige Verletzungen der Haut oder Schleimhäute eindringen. Das passiert vor allem beim Geschlechtsverkehr, aber auch beim Piercen, Tätowieren oder verletzungsträchtigen Mannschafts- und Kontaktsportarten.

Auch wer Alltagsgegenstände wie Nagelscheren, Zahnbürsten oder Rasierer mit anderen gemeinsam benutzt, riskiert eine Infektion, warnt der BVKJ. Erkennbar ist die auch Gelbsucht genannte Hepatitis oft an dunkel verfärbtem Urin, einer gelblichen Haut und gelb verfärbten Augen. Die Leberentzündung kann chronisch werden, es kann sich in der Folge eine Schrumpfleber (Leberzirrhose) und in seltenen Fällen auch Leberkrebs entwickeln. In Deutschland gab es in den vergangenen Jahren etwa 800 Neuerkrankungen pro Jahr.

Sowohl bei der Hepatitis-B-Impfung als auch bei der Kombinationsimpfung mit Hepatitis A sind 3 Impfungen erforderlich, um einen vollständigen Immunschutz aufzubauen. Die 2. Impfung erfolgt 4 Wochen nach der ersten, die 3. dann nach weiteren 6-12 Monaten. Zwei Wochen nach der 3. Impfung ist der vollständige Impfschutz für 10 Jahre aufgebaut. Danach sollte die Impfung aufgefrischt werden. Die Impfung ist für Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr kostenfrei und kann in frauenärztlichen Praxen wahrgenommen werden.



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