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07.06.2010

Gewichtsabnahme kann Inkontinenz unter Belastung lindern

Ein Großteil der Frauen, die unter unwillkürlichem Harnverlust leiden, ist übergewichtig. Häufig haben diese Betroffenen eine so genannte Belastungsinkontinenz, die durch eine Gewichtsreduktion beziehungsweise das Einstellen von Normalgewicht vermindert werden kann. „Übergewicht erhöht den Druck im Bauchraum, wodurch auf Dauer die Muskulatur und der Bandapparat des Beckenbodens geschwächt werden. Eine intakte Beckenbodenmuskulatur ist erforderlich, um Druck auf die Harnröhre auszuüben, damit diese keinen Urin nach außen lässt. Andernfalls kommt es zu einem ungenügenden Verschluss der Harnröhre und unter zusätzlicher Belastung zum ungewollten Abgang von Urin", erklärt Dr. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte (BVF) in München. Bei leichteren Fällen von Belastungsinkontinenz tritt der Harnverlust beim Niesen, Husten oder Tragen von Lasten auf. Bei schwereren Fällen auch bei abrupten Bewegungen, beim Aufstehen und Hinsetzen oder gar in Ruhe, ohne zusätzliche Belastung. „Neben einer Gewichtsreduktion, die den Beckenboden entlastet, können Frauen auch durch eine gezielte Beckenbodengymnastik oder dem Tragen von Vaginalkegeln die Muskulatur kräftigen und dadurch die Beschwerden lindern", ergänzt Dr. Albring.

Die Chance, auch eine ausgeprägte Form der Belastungsinkontinenz, auf Grund einer Muskel- bzw. Gewebeschwäche zu therapieren, ist gut. Lässt sich durch ein Beckenbodentraining oder dem Tragen von Pessaren allein kein Erfolg erzielen, stehen chirurgischen Eingriffe, wie das Einsetzen eines Vaginalbandes zur Verfügung. Das so genannte TVT-Vaginalband (Tension free Vaginal Tape = spannungsfreies Vaginalband) wird in einer minimalinvasiven Operation unter die mittlere Harnröhre gelegt und verhindert in dieser Position den unfreiwilligen Harnverlust. „Das Verfahren ist für belastungsinkontinente Patientinnen aller Altersgruppen geeignet. Auch übergewichtige oder voroperierte Frauen können mit dem TVT-Band in vielen Fällen wieder kontinent werden", meint Dr. Albring.

Frauen und Mädchen sollten allgemein darauf achten, möglichst wenig Druck auf den Beckenboden auszuüben, damit sich dieser nicht auf Dauer schwächt. Sie sollten nach Möglichkeit nicht schwer tragen - insbesondere nicht in den drei Monaten nach einer Geburt. Vor jeder Belastung sollte der Beckenboden angespannt werden - etwa beim Husten oder Heben. Auch ein ganzheitliches körperliches Training, beispielsweise durch Schwimmen, Gymnastik oder Laufen, kann den Beckenboden entlasten indem eine allgemeine Kräftigung der tiefen Bauch- und Rückenmuskulatur erfolgt.



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