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04.06.2010

Langzeitstudie: Wer sich bewegt, hat bessere Laune

Sportlich aktive Menschen sind besser gelaunt und leiden seltener unter Depressionen und Demenz. Das ist ein Ergebnis der Langzeitstudie „Gesundheit zum Mitmachen", die Sportwissenschaftler vorstellten. „Zu wenig Bewegung ist das zentrale Problem von Kindern wie auch Erwachsenen in entwickelten Industrieländern", meint Projektleiter Alexander Woll. Prävention in Form von „Gesundheitssport" sei ein entscheidender Faktor, später nicht chronisch zu erkranken.

Für Studie werden seit mehr als 20 Jahren 500 Frauen und Männer aus Bad Schönborn (Kreis Karlsruhe) begleitet, die entweder regelmäßig Sport treiben oder nicht. Die Teilnehmer im Alter zwischen 35 und inzwischen knapp 75 Jahren wurden im Abstand mehrerer Jahre untersucht. Erstmals wurden im Jahr 1992 Daten ausgewertet, dann 1997 und 2002. Die vierte Runde begann im Mai 2010. Die Probanden werden auf Kraft, Ausdauer und Fitness getestet. Außerdem unterziehen sie sich einer Basis-Untersuchung, in der unter anderem Blut- und Körperfettwerte ermittelt werden. Schließlich füllen alle Teilnehmer einen Fragebogen zu ihrer körperlichen Verfassung aus, der auch psychosoziale Komponenten umfasst. „Wir fragen zum Beispiel nach Arbeit und familiärem Umfeld", erläuterte Woll, der an der Universität Konstanz lehrt.

Aus den Daten lasse sich unter anderem ableiten, dass sportlich aktive Menschen „viel positiver grundgestimmt" seien, so Klaus Bös, der an der Universität Karlsruhe das Institut für Sport und Sportwissenschaft leitet. Aus anderen Studien wisse man, dass es beispielsweise einen Zusammenhang zwischen Depression und Demenz gebe. Wer regelmäßig Sport treibe, sei nicht so anfällig für Depressionen und habe später ein wesentlich geringeres Risiko, an Demenz zu erkranken.

In die Vorbeugung von Erkrankungen werde viel zu wenig investiert, kritisierten die Forscher weiter. Bei der Vermittlung von Sport sei zuallererst die Schule gefragt: „Ich plädiere seit langen dafür, dass Grundschüler jeden Tag Sportunterricht haben", sagte Bös. Der Spaß am Sport müsse ganz früh und intensiv vermittelt werden. Mit acht Jahren sei die Dichte von Kindern in Sportvereinen am höchsten. Im Alter von zehn und nochmals mit Beginn der Pubertät sinke ihre Zahl aber drastisch. Um Kinder und ihr sportliches und nicht sportliches Verhalten zu untersuchen, ist nach Angaben der Forscher derzeit eine weitere Studie im Aufbau: Dort wird eine Gruppe von 500 Kindern zwischen sechs und zehn Jahren untersucht. Auch diese solle langfristig begleitet werden.



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