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17.05.2010

Syphilis: Frühe Behandlung verhindert bleibende Schäden

Eine Syphilis-Infektion verursacht zunächst keine Schmerzen oder deutlichen Beschwerden, weswegen die Ansteckung im Frühstadium oft unbemerkt bleibt. Unbehandelt verläuft die Geschlechtserkrankung mit dem Bakterium Treponema pallidum jedoch chronisch und kann zu schweren Organschäden bis hin zum Tod führen. Seit der Entdeckung des Penicillins ist die Krankheit aber sehr wirkungsvoll behandelbar, wenn sie diagnostiziert wird. „Im ersten Stadium der Syphilis findet sich bei Frauen nach der Inkubationszeit von bis zu drei Wochen zunächst ein schmerzloses Knötchen am Ort des Erregereintritts im Genitalbereich oder im Mund. Die umliegenden Lymphknoten schwellen meist innerhalb der nächsten 10 bis 20 Tage nach Ansteckung an, tun jedoch nicht weh“, erklärt Dr. Klaus König, Vizepräsident des Berufsverbandes der Frauenärzte (BVF). „Nach zwei bis sechs Wochen heilt das Geschwür dann meist von alleine wieder ab. Wegen der Schmerzlosigkeit werden diese ersten Hinweise an unzugänglichen Körperstellen leicht übersehen und die Erkrankung bleibt im Frühstadium nicht selten unbehandelt.“

Bei einem Teil der unbehandelten Erkrankten entwickeln sich jedoch zwei weitere Krankheitsstadien, bei denen Haut und Organe befallen werden. Sie können sich in einer Vielzahl unterschiedlicher Beschwerden äußern. Dazu gehören zunächst Fieber, Müdigkeit, Kopf-, Gelenk- und Muskelschmerzen und später auch Knochenhautentzündungen oder eine Entzündung der Hirnhäute. „Jede dieser Phasen kann  jedoch auch fehlen oder so unauffällig sein, dass sie übersehen wird“, meint Dr. König. Die Erkrankung lässt sich eindeutig über das Vorhandensein des Erregers Treponema pallidum aus der Flüssigkeit der Hautgeschwüre bei der ersten Krankheitsphase nachweisen. Unmittelbar nachdem die Bakterien in die Blutbahn eingedrungen sind, bildet das Immunsystem des menschlichen Organismus Antikörper gegen die Erreger, die durch verschiedene Testverfahren ebenfalls nachweisbar sind.
Bei einer Behandlung im ersten Jahr nach der Ansteckung sollte Penicillin mindestens 2 Wochen lang, später mindestens 3 Wochen lang eingenommen werden. Für eine erfolgreiche Therapie ist es sehr wichtig, währenddessen ausreichend hohe Penicillin-Konzentrationen im Blut zu erreichen. Deshalb werden häufig Medikamente verabreicht, die Penicillin verzögert über einen langen Zeitraum freisetzen.

Die Syphilis kommt weltweit vor. Seit Ende der 90er Jahre steigen die Erkrankungszahlen wieder an. In Risikogruppen und in Ballungszentren mit stärkerer Zuwanderung aus Risikogebieten kann sie bis zu 10-mal häufiger auftreten als in ländlichen Gebieten. Das Robert Koch-Institut registrierte im Jahr 2004 in Deutschlands Großstädten zwischen 10 und 19 Fälle pro 100.000 Einwohner. Frauen sind mit sieben Prozent weit weniger betroffen als Männer, von denen der Großteil der Infizierten homosexuell ist.

Risikoreicher, ungeschützter Geschlechtsverkehr mit häufig wechselnden Partnern stellt den größten Risikofaktor für eine Übertragung der Syphilis dar. Die Vermeidung ungeschützter Sexualpraktiken bietet daher den besten Schutz vor einer Ansteckung.



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