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11.05.2010 Bei Diabetes Schwangerschaft gut mit Ärzten planen
Schwangerschaften von Frauen mit bereits bekanntem Diabetes haben im Vergleich zu Frauen ohne Diabetes erhöhte Risiken für Fehlgeburten, einen komplizierteren Schwangerschaftsverlauf und Fehlbildungen. Sie bedürfen bereits im Vorfeld der Schwangerschaft einer gemeinsamen Betreuung durch Frauenärzte und Diabetes-Spezialisten. „Diabetikerinnen sollten sich bei Kinderwunsch ausführlich von ihrem Diabetologen und ihrem Frauenarzt beraten lassen. Schwangere, die gut informiert sind und deren Zuckererkrankung von Anfang an - also vor der Empfängnis - gut eingestellt ist, können ihre Schwangerschaftsrisiken erheblich verringern", rät Dr. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte (BVF). Bei einer geplanten Schwangerschaft empfiehlt sich beispielsweise bereits in den drei Monaten vor der Schwangerschaft den HbA1c-Wert unter 6,5 oder zumindest 7 Prozent einzustellen. Dieser Wert gibt als eine Art „durchschnittlicher Blutzuckerspiegel" die Stoffwechseleinstellung der vergangenen Wochen wider - gleichgültig, ob die Werte in der Zwischenzeit kurzfristig einmal stark angestiegen oder gesunken waren. „Erst nach Erreichen einer stabilen Einstellung, könnte die Verhütung nach Rücksprache mit dem Frauenarzt dann abgesetzt werden", ergänzt Dr. Albring. Bei Typ-2-Diabetikerinnen ist auch eine rechtzeitige Umstellung von Diabetes-Tabletten auf Insulin wichtig. Eine schlechte Stoffwechseleinstellung in der Frühschwangerschaft ist mit einem erheblichen Risiko von Fehlbildungen des Kindes verbunden. Im weiteren Verlauf ist eine normnahe Blutzuckereinstellung wichtig, um eine so genannte fetale Makrosomie des Kindes zu vermeiden. Übergewichtige Kinder bekommen zu viel von dem Wachstumshormon Insulin, was zu Gewichtszunahme führt und auch die Körperkomposition verändern kann. Übergroße Babys können dann wiederum bei der Geburt Komplikationen verursachen. Auch die weitere gesundheitliche Entwicklung makrosomer Kinder ist oft ungünstiger, denn sie neigen im Kindes- und Erwachsenenalter zur Übergewicht sowie zu Diabetes und den mit der Stoffwechselkrankheit verbundenen Spätschäden. Da im Verlauf der Schwangerschaft der Bedarf an Insulin steigt, sollten werdende Mütter lernen, die Insulindosis selbsttätig anzupassen. Bei Typ-1-Diabetes muss außerdem bei schwerer Unterzuckerung ein Glucagon-Notfallset benutzt werden, über dessen Anwendung auch der Partner Bescheid wissen sollte. Die Geburt sollte in einem Zentrum mit angeschlossener Kinderklinik geplant werden. Dort sollte sich die werdende Mutter rechtzeitig persönlich vorstellen und ihren Mutterpass sowie das Blutzucker-Protokollheft mitbringen. Gerade auch für Diabetikerinnen ist es günstig, nach der Entbindung das Kind zu stillen, denn die Muttermilch ist die beste Ernährung für den Nachwuchs. Die Anzahl von Typ-2-Diabetikerinnen im gebärfähigen Alter wächst, denn immer mehr Frauen erkranken bereits in jungen Jahren. Das Risiko, für Fehlbildungen und Fehlgeburten, ist wie bei Typ-1-Diabetes gegenüber gesunden Frauen doppelt so hoch. Allerdings kommen bei Frauen mit Typ-2-Diabetes weitere Probleme hinzu, wie zumeist Übergewicht, eine höhere Rate an Begleiterkrankungen wie erhöhter Blutdruck oder erhöhte Blutfette sowie eine kürzere Diabetesdauer mit weniger Krankheitserfahrung. Weitere Meldungen zum Thema:
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