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03.05.2010

Bei Blasenschwäche Tagebuch führen

Frauen, die unter einer überaktiven Blase leiden, sollten ihr Trinkverhalten und ihren Harndrang eine Zeit lang protokollieren, damit der Arzt die Art der Blasenschwäche besser beurteilen kann. „Ein Miktionstagebuch, das über drei bis vierzehn Tage geführt werden kann, vermag genau festzuhalten, wann wie viel getrunken wurde, wann Harndrang aufkam, die Toilette aufgesucht wurde und ob Inkontinenz im Verlauf des Tages oder der Nacht auftrat", erläutert Dr. Klaus König, Vizepräsident des Berufsverbandes der Frauenärzte (BVF). „So können ungünstige Trinkgewohnheiten oder auch Verhaltensweisen offen gelegt werden, welche sich negativ auf die Blasenschwäche auswirken. Das Miktionstagebuch dient auch dazu, zu beurteilen, ob therapeutische Maßnahmen - wie beispielsweise ein Kontinenztraining - greifen oder ob zusätzliche Maßnahmen erforderlich sind." Dass mündliche Auskünfte in der Sprechstunde nicht verlässlich sind, hatte kürzlich eine australische Studie nachgewiesen. In der Untersuchung überschätze die Hälfte der 600 Frauen ihre Miktionsfrequenz.

Für die verschiedenen Formen der Harninkontinenz gibt es erfolgversprechende Therapieansätze. Noch immer mag sich jedoch eine Vielzahl von Betroffenen ihrem Arzt aus Scham nicht anvertrauen. „Wer die Scham überwindet, hat gute Aussichten auf wirksame Hilfe", rät der niedergelassene Gynäkologe aus Steinbach im Taunus. „Je nach Ursache kann für jede Patientin eine passende Therapie gefunden werden, welche die Beschwerden im besten Fall behebt oder zumindest lindert." Entscheidend bei der Diagnose ist eine genaue Beschreibung der Krankheitssymptome. Auch müssen mögliche Vorerkrankungen bei der Diagnosestellung berücksichtigt werden wie Herzinsuffizienz, Schilddrüsenerkrankungen oder Diabetes mellitus. Auch bestimmte Medikamente (z. B. Beruhigungsmittel und Antidepressiva) oder Substanzen (z. B. Koffein, Alkohol, Drogen) können das Auftreten einer Inkontinenz verschlechtern oder sogar erst hervorrufen.

Inkontinenz kann verschiedene Ursachen und Ausprägungen haben. Man unterscheidet in erster Linie zwischen den zwei häufigsten Formen, der Stress- und der Dranginkontinenz. Aber auch die weniger häufig vorkommenden Krankheitsbilder wie Reflexinkontinenz und extraurethrale Inkontinenz oder Mischformen können für Betroffene eine erhebliche Einschränkung der Lebensqualität mit sich bringen.



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