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13.04.2010

Höhere Sterblichkeit bei Frauen mit Hepatitis B Infektion - Impfung empfohlen

Abbildung: Hepatitis-B-VirusFrauen, die sich mit Hepatitis B anstecken und deren Erkrankung chronisch verläuft, haben ein höheres Risiko dafür, vorzeitig an verschiedenen Krebserkrankungen zu versterben. Zu diesem Ergebnis kommt eine große Studie aus Taiwan um Dr. Chien-Jen Chen von der National Taiwan University, die im Fachmagazin „Journal of Infectious Diseases" veröffentlicht wurde. „Frauen mit einer chronischen Hepatitis B-Infektion erkranken demnach nicht nur öfter an Leberzirrhose oder Leberkrebs sondern auch deutlich häufiger an anderen Krebserkrankungen, wie denen der Gallenblase, des Gallengangs oder an Lymphknotenkrebs", berichtet Dr. Michael Wojcinski, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft „Impfen" des Berufsverbandes der Frauenärzte (BVF). „Die Vorbeugung einer Hepatitis B-Ansteckung durch Impfung ist daher ein wichtiger Aspekt der Gesundheitsvorsorge, die in keinem Alter vernachlässigt werden sollte." Die Übertragung des Virus erfolgt durch Blut oder andere Körperflüssigkeiten. Häufige Ansteckungsquellen sind Hygienemängel im medizinischen Bereich, bei Piercings oder Tätowierungen oder beim Sexualverkehr.

Infektion kann neben Leberkrebs andere Krebserkrankungen begünstigen

In die Studie gingen die Daten von über zwei Millionen Frauen ein, die zwischen 1986 und 2000 im Rahmen ihrer Schwangerschaft auf eine Hepatitis B-Infektion getestet wurden. In der Nachbeobachtungszeit von durchschnittlich rund 11 Jahren verstarben 14.524 der Studienteilnehmerinnen. „Gegenüber ihren Altersgenossinnen hatten Frauen, bei denen ein Hepatitis B-Antigen (HBsAg) gefunden wurde, ein fast 25 Prozent höheres Sterberisiko. Dieses Antigen wird in der Diagnostik verwendet, um eine aktive Hepatitis B-Erkrankung festzustellen", erklärt der Experte für Infektionskrankheiten. „Die erhöhte Rate an Todesfällen wurde auf Lebererkrankungen zurückgeführt, die als Spätfolgen für eine Hepatitis B-Infektion bekannt sind sowie eben auch auf Erkrankungen, bei denen die Leber nicht beteiligt war", führt der niedergelassene Frauenarzt aus Bielefeld aus.

Während sich in der Vergangenheit viele Studien mit Sterberaten durch Leberzirrhose und Leberkrebs beschäftigt haben, berücksichtigte diese Studie auch andere Folgeerkrankungen, die auf eine chronische Hepatitis B-Infektion zurückzuführen sind. „Durch eine Immunisierung könnten demnach nicht nur schwerwiegende Lebererkrankungen sondern auch verschiedene andere Erkrankungen verhindert werden, die bei Frauen zu einem vorzeitigen Tode führen", ergänzt Dr. Wojcinski. Sowohl bei der Hepatitis-B-Impfung als auch bei der Kombinationsimpfung mit Hepatitis A sind 3 Impfungen erforderlich, um einen vollständigen Immunschutz aufzubauen. Die 2. Impfung erfolgt 4 Wochen nach der ersten, die 3. dann nach weiteren 6-12 Monaten. Zwei Wochen nach der 3. Impfung ist der vollständige Impfschutz für 10 Jahre aufgebaut. Danach sollte die Impfung aufgefrischt werden. Die Impfung ist übrigens für Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr kostenfrei.

Man schätzt, dass in Deutschland etwa 500 000 Menschen mit Hepatitis B infiziert sind, von denen viele gar nicht wissen, dass sie das Hepatitis B-Virus in sich tragen. Nur bei einem Teil der Patienten mit akuter Hepatitis kommt es zu den typischen Krankheitssymptomen wie einer Gelbfärbung der Haut und der Bindehaut der Augen, hellem Stuhlgang und dunklem Urin. Die Erkrankung kann chronisch werden und dann einen schweren Verlauf nehmen. „Die chronische Hepatitis entwickelt sich oft schleichend und die Beschwerden sind meist lange Zeit uncharakteristisch wie Müdigkeit, Erschöpfung, Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit und Übelkeit. Erst spät kommen Symptome hinzu, die an eine Lebererkrankung denken lassen, wie Schmerzen im Bereich des rechten Rippenbogens oder Gelbsucht", ergänzt der Impfexperte. Die Erkrankung sollte grundsätzlich so früh wie möglich behandelt werden, um Komplikationen zu vermeiden.



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