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22.02.2010 Hessen und Brandenburg sind Schlusslichter bei HPV-Impfung
Die Berichterstattung zu angeblichen schwerwiegenden Nebenwirkungen und vermeintlichen Todesfällen in der Vergangenheit hat der Impfung schweren Schaden zugefügt und ist sicherlich für den Rückgang der Impfraten verantwortlich. Dabei ist Impfung doch viel besser als ihr Ruf. „Jüngere Studien zeigen, welche Erfolge durch die Immunisierung bereits erzielt wurden. So nahm die Rate an HPV-Infektionen und Zellveränderungen bei geimpften Frauen und Mädchen um fast 100 Prozent ab - bezogen auf die beiden krebsauslösenden HPV-Typen, gegen die der Impfstoff gerichtet ist. Werden diese Zellveränderungen verhindert, welche die Krebsvorstufen darstellen, sinkt in der Folge entsprechend die Erkrankungsrate an Gebärmutterhalskrebs", erklärt Prof. Friese. Allein in Deutschland bekommen jährlich mehr als 6.000 Frauen Gebärmutterhalskrebs - rund 1.700 sterben pro Jahr daran. Hohe Durchimpfungsrate könnte tausende Eingriffe am Gebärmutterhals verhindernIn Deutschland müssen jährlich über 100.000 Eingriffe am Gebärmutterhals durchgeführt werden, meist um Gewebeveränderungen zu beseitigen, die sich zum Krebs entwickeln könnten. Dabei handelt es sich um so genannte Konisationen, bei denen der untere Teil des Gebärmutterhalses entfernt wird. Hinzu kommen gut 2.500 Gebärmutterentfernungen aus ähnlichem Anlass. „Gebärmutterhalskrebs ist so zusagen nur die Spitze des Eisbergs, der durch HPV-Infektionen verursachten Erkrankungen. Um zu verhindern, dass es zum Krebs kommt, müssen jährlich hunderttausende Frauen operiert werden", betont Prof. Friese. Diese Eingriffe haben eine Komplikationsrate von 2 - 7 % und können in der Folge das Risiko für Frühgeburten und Fehlgeburten erhöhen, weil der Gebärmutterhals durch die Operation an Stabilität verliert, wodurch das Austragen des Kindes erschwert wird. „Die Impfung rechtfertigt sich schon aus diesem Grunde, weil durch sie das Auftreten von Krebsvorstufen vermieden wird und operative Eingriffe entsprechend umgangen werden." Jährlich über 200.000 beunruhigende Zellauffälligkeiten und unklare BefundeDen Konisationen gehen etwa 228.000 auffällige Abstrich-Untersuchungen voraus, die für die Patientinnen sehr belastende Diagnosen darstellen. Dabei handelt es sich um Zellveränderungen und unklare Befunde, die mitunter durch Biopsien abgeklärt werden müssen. „Oft ist über Monate ungewiss, ob ein operativer Eingriff bevorsteht oder ob die Veränderung von selbst wieder ausheilen, was beim Großteil der Frauen der Fall ist. Für die Betroffenen geht diese Ungewissheit und Wartezeit jedoch mit einer erheblichen psychischen Belastung einher, die keinesfalls unterschätzt werden sollte", so der Präsident des BVF, Dr. Christian Albring. Erwartungsgemäß wird die HPV-Impfung einen Großteil der Infektionen und Zellveränderungen verhindern und vielen Frauen diese Sorgen ersparen. „Aus unserer Sicht müssen alle Mädchen frühzeitig geimpft werden", so Dr. Albring. Flächendeckende Impfung gefordertDie DGGG, der BVF und der BVKJ sehen aus individueller gesundheitlicher Sicht aber auch unter gesundheitspolitischen Aspekten die HPV-Impfung als wichtige Vorsorgemaßnahme, um das Risiko von Gebärmutterhalskrebs und dessen Vorstufen zu verringern. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Impfung, für junge Mädchen im Alter von 12 bis 17 Jahren. Die Standardimpfung ist mit der Sicherheit anderer Impfstoffe vergleichbar. „Weil die Impfung nur vorbeugend wirkt, muss diese rechtzeitig, vor dem ersten Sexualkontakt, durchgeführt werden. Dazu müssen Frauenärzte, Kinder- und Jugendärzte und Hausärzte alle Eltern auffordern, ihre Töchter ab dem 12. Lebensjahr gegen HPV-Impfung impfen zu lassen", erklärt Dr. Ursula Lindlbauer-Eisenach, Mitglied der STIKO und des BVKJ. Prof. Klaus Friese (DGGG) | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| HPV-Impfraten in den Bundesländern im Jahr 2009 (12 – 17-jährige Mädchen; Stand Oktober 2009) | |
| Saarland | 46 % |
| Schleswig-Holstein | 45 % |
| Rheinland-Pfalz | 40 % |
| Nordrhein-Westfalen | 40 % |
| Mecklenburg-Vorpommern | 37 % |
| Berlin | 37 % |
| Hamburg | 34 % |
| Bremen | 33 % |
| Sachsen | 33 % |
| Thüringen | 33 % |
| Baden-Württemberg | 29 % |
| Niedersachsen | 29 % |
| Bayern | 27 % |
| Sachsen-Anhalt | 26 % |
| Hessen | 21 % |
| Brandenburg | 20 % |
| Quelle: | Ärzte Zeitung |
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