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10.03.2010

Essstörungen nehmen unter Frauen und Mädchen zu

Frauen und Mädchen leiden in Baden- Württemberg mit großem Abstand am häufigsten unter Essstörungen. Über 90 Prozent aller Behandlungen entfielen 2008 auf weibliche Patienten, teilte das Statistische Landesamt in Stuttgart mit. Insgesamt wurden in dem Jahr 1563 Menschen wegen Essstörungen in den Krankenhäusern des Landes behandelt, 1444 davon waren weiblich. Im Vergleich zu 2000 hat sich die Zahl der Behandlungen um über acht Prozent erhöht. „Essstörungen zählen zu den häufigsten chronischen Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter", teilte Sozialministerin Monika Stolz (CDU) dazu mit. Mehr als die Hälfte der 13- bis 14- Jährigen wollten dünner sein

Die meisten Erkrankten waren laut Statistik im Jahr 2008 unter 30 Jahre alt. In dieser Altersgruppe ließen sich 1134 Menschen behandeln, über 22 Prozent mehr als im Vorjahr. Noch deutlicher ist die Steigerung bei den älteren Patienten: Hier nahm die Zahl von 2007 auf 2008 um mehr als die Hälfte zu, auf insgesamt 357 Behandelte. Der Anteil derer, die an Magersucht erkrankten, stieg seit 2000 um 27 Prozent. Im Jahr 2008 war die Zahl der Magersüchtigen mit 776 rund zweieinhalb mal so hoch wie die derjenigen, die unter Ess-Brechsucht litten (298).

Dass 63 Prozent der 13- bis 14-Jährigen sagen, sie würden gerne besser aussehen, sei Besorgnis erregend, sagte Stolz. „Wir müssen Essstörungen möglichst frühzeitig erkennen und gegensteuern." Auch Vorbeugung sei wichtig. Eine gesunde Lebensweise helfe nicht nur, Krankheiten zu verhindern, sie fördere auch das körperliche und seelische Wohlbefinden jedes Einzelnen.

Eindeutige Antworten darauf, warum Mädchen soviel stärker betroffen sind als Jungen, gibt es nicht. Dafür sei die Krankheit zu komplex. Vermutungen gingen jedoch in die Richtung, dass das ausgeprägtere Körperbewusstsein von Mädchen dazu beitrage oder aber ein geringeres Selbstwertgefühl.


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