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05.03.2010

Chlamydien können Ursache für chronische Bauchschmerzen sein

ChlamydienUnklare Unterbauchbeschwerden bei Frauen können Anzeichen für eine Infektion mit Chlamydien sein. „Weitere Symptome sind ein gelblich-klebriger Ausfluss und Juckreiz sowie Brennen beim Wasserlassen. Ebenso können leichte Blutungen beim Geschlechtsverkehr oder blutiger Ausfluss, Zwischenblutungen und Fieber auftreten", erläutert Dr. Klaus König, Vizepräsident des Berufsverbandes der Frauenärzte (BVF). Die Spanne vom Zeitpunkt der Infektion bis zum Auftreten erster Beschwerden dauert 5 bis 21 Tage. Mitunter kann die Inkubationszeit aber auch bis zu 6 Wochen dauern. „Derartige Beschwerden sollten Frauen unbedingt zum Gynäkologen führen, damit die Ursache abgeklärt und frühzeitig eine Therapie eingeleitet werden kann. Unbehandelt können Chlamydien schwerwiegende gesundheitliche Folgen - insbesondere auch für die Schwangerschaft - haben." Chlamydien gehören zu den häufigsten sexuell übertragbaren Bakterien. Bei Jugendlichen ist das Infektionsrisiko erhöht, weil die Immunabwehr im Genitalbereich noch nicht ausgereift ist.

Meist beginnt die Infektion mit einer Entzündung der Schleimhaut und der tieferen Schichten des Gebärmutterhalses. Sie kann in die Bauchhöhle aufsteigen und sich auf Eileiter und Eierstöcke ausbreiten .In der Folge kann es zu einer Entzündung der Organe und des gesamten kleinen Beckens kommen. Die Eileiter können verkleben, so dass die Eizellen sie nicht mehr passieren können. „Dies kann zu Unfruchtbarkeit oder einer so genannten ektopischen Schwangerschaft führen, bei der sich eine befruchtete Eizelle außerhalb der Gebärmutter, beispielsweise im Eileiter oder der Bauchhöhle einnistet", ergänzt der Gynäkologe. „Grundsätzlich sind die Heilungschancen mit Antibiotika aber sehr gut, wenn die Krankheit früh erkannt und therapiert wird. Um Rückinfektionen zu verhindern, sollte unbedingt auch der Sexualpartner in die Therapie einbezogen werden."

Problematisch ist jedoch, dass der Großteil der infizierten Frauen zunächst keinerlei Krankheitsbeschwerden bemerkt, denn typisch für die Erkrankung ist ein chronisch-schleichender Verlauf. Mädchen und Frauen unter 25 Jahren, die als besonders gefährdet gelten, können sich aus diesem Grund jährlich kostenlos auf Chlamydien testen lassen. „Sie sollten einmal im Jahr am Chlamydien-Screening teilnehmen - auch dann, wenn sie beschwerdefrei sind", rät der niedergelassene Gynäkologe aus Steinbach im Taunus. „Wirksamer Schutz vor Chlamydien-Infektionen ist „Safer Sex" mit einer konsequenten Anwendung von Kondomen."



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