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04.02.2010

Weltkrebstag: Vorbeugen ist besser als heilen

Bis zu 180 000 Krebsfälle könnten Schätzungen zufolge pro Jahr durch eine gesunde Lebensweise vermieden werden. Das wären gut 40 Prozent der jährlich festgestellten etwa 450 000 Neuerkrankungen in Deutschland. Darauf weist die Deutsche Krebsgesellschaft in Berlin anlässlich des Weltkrebstages am Donnerstag hin.

Als Hauptursachen für eine Krebserkrankung gelten Rauchen, übermäßiger Alkoholkonsum, hohe Sonnenbelastung und Fettleibigkeit. Etwa 20 bis 40 Prozent aller Krebsfälle sind den Angaben nach allein auf Übergewicht und falsche Ernährung zurückzuführen: Zu viel Körperfett erhöht deutlich die Gefahr, an Nieren-, Speiseröhren-, Brust-, Dickdarm- und Gebärmutterhalskrebs zu erkranken. Das habe eine weltweite Ernährungsstudie ergeben.

Der diesjährige Welt-Krebs-Tag steht deshalb im Zeichen der Krebsprävention unter dem Motto „Vorbeugen ist besser als heilen". Denn: Wird Krebs früh erkannt, besteht in den meisten Fällen Aussicht auf Heilung. „Vor allem bei einer Diagnose im Frühstadium bestehen für den Patienten gute Überlebenschancen, da der Ursprungstumor zu diesem Zeitpunkt häufig noch nicht metastasiert hat", weiß Dr. Thomas Suermann, Präventionsbeauftragter der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN). „Doch obwohl es mittlerweile eine Vielzahl von erprobten schmerzlosen Untersuchungsverfahren zur Krebsfrüherkennung gibt, werden diese immer noch zu wenig von der Bevölkerung in Anspruch genommen", so Suermann weiter.

Die gesetzlichen Krankenkassen bieten Männern und Frauen verschiedene, nach Alter gestaffelte jährliche Früherkennungsuntersuchungen an:

Krebsfrüherkennung bei Männern:

  • o Ab 35 Jahren: alle zwei Jahre Hautkrebsscreening
  • o Ab 45 Jahren: Krebserkrankungen der Prostata und der äußeren Geschlechtsorgane jährlich
  • o Ab 50 Jahren: Krebserkrankungen des Darms durch Nachweis von verborgenem Blut im Stuhl
  • o Ab 55 Jahren: Krebserkrankungen des Darms durch Darmspiegelung alle zehn Jahre (als Alternative zur Stuhluntersuchung auf verborgenes Blut)

Krebsfrüherkennung bei Frauen:

  • o Ab 20 Jahren: Gebärmutterhalskrebs und Krebserkrankungen der Geschlechtsorgane jährlich
  • o Ab 30 Jahren: Krebserkrankungen der Brust jährlich
  • o Ab 35 Jahren: alle zwei Jahre Hautkrebsscreening
  • o Ab 50 Jahren bis zum Ende des 70. Lebensjahres: alle zwei Jahre Mammographiescreening
  • o Ab 50 Jahren: Krebserkrankungen des Darms (s. Männer)
  • o Ab 55 Jahren: Darmspiegelung im Abstand von zehn Jahren (s. Männer)

„Wissenschaftliche Auswertungen der Krebsfrüherkennungsuntersuchungen haben gezeigt, dass die Befundraten mit der Entdeckung einer Krebserkrankung bei denjenigen am niedrigsten sind, die regelmäßig und in kurzen Abständen diese Untersuchungen wahrnehmen. Zusätzlich kann jeder Mensch sein Krebsrisiko durch einfache Maßnahmen maßgeblich reduzieren. Denn ca. 60 Prozent aller Krebserkrankungen sind auf ungesunden Lebensstil zurückzuführen. Meiden Sie Risikofaktoren wie Tabakrauch und zu viel Alkohol sowie exzessive Sonnenbäder. Mit regelmäßiger Bewegung, einer gesunden und ausgewogenen Ernährung und der Vermeidung von Übergewicht leisten Sie bereits einen wesentlichen Beitrag zu Ihrer Gesundheit", rät der Präventionsbeauftragte der KVN.



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