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22.01.2010

Akupunktur lindert Nebenwirkungen der Brustkrebstherapie

AkupunkturAkupunktur hat sich als wirksame Begleitbehandlung zu einer Östrogenentzugstherapie bei Brustkrebs erwiesen, um deren Nebenwirkungen abzumildern. „Eine Akupunktur vermochte die unangenehmen Begleiterscheinungen einer Anti-Östrogen-Therapie - wie depressive Verstimmungen und Hitzewallungen - genauso gut zu lindern wie ein gebräuchliches Antidepressivum. Sie wurde jedoch als weitaus angenehmer und verträglicher von den Patientinnen empfunden als das Medikament", berichtet Dr. Klaus König, Vizepräsident des Berufsverbandes der Frauenärzte (BVF), unter Verweis auf eine US-amerikanische Studie um Eleanor Walker, die im Journal of Clinical Oncology veröffentlicht wurde.

Das Ziel einer Anti-Östrogen-Therapie ist es, den wachstumsfördernden Effekt durch körpereigene Östrogene auf Tumorzellen zu unterbinden. Östrogene sind bei vielen Brustkrebs-Tumoren die treibende Kraft. Sie docken an bestimmten Bindungsstellen, den so genannten Östrogen-Rezeptoren der Körperzellen an und lösen dadurch das Signal für Zellteilung und Wachstum aus. „Anti-Östrogene sind Medikamente, die diese Wirkung unterbinden. Die Substanzen besetzen anstelle des natürlichen Östrogens die Östrogen-Rezeptoren wodurch die wachstums-stimmulierende Wirkung unterbleibt. Das Tumorwachstum in der Brust, aber auch in bereits abgesiedelten Metastasen kann dadurch gehemmt werden", erklärt der Gynäkologe. Nachteil dieser Östrogenentzugstherapie ist, dass bei vielen Patientinnen Beschwerden ausgelöst werden, die denen in den Wechseljahren ähneln - wie Hitzewallungen und Herzrasen, Schlafstörungen oder depressive Verstimmungen.

Die Forscher wollten in ihrer Untersuchung klären, ob Akupunktur oder eine Behandlung mit dem Antidepressivum Venlafaxin die Nebenwirkungen der Anti-Östrogen-Therapie besser zu lindern vermochte. Hierfür wurde der einen Hälfte der 50 Studienteilnehmerinnen das Antidepressivum gegeben, während der anderen Hälfte regelmäßige Akupunktur-Sitzungen angeboten wurden. Beide Therapien wurden nach zwölf Wochen beendet. Parallel zu dieser Behandlung und auch in den nachfolgenden drei Monaten führten die Patientinnen ein Tagebuch, in welchem sie Angaben zum Befinden und dem Schweregrad der Nebenwirkungen des Östrogenentzugs notierten.

Die Auswertung zeigte, dass beide Therapien hinsichtlich der Linderung der Nebenwirkungen gleichwertig waren. „Während mit dem Antidepressivum jedoch negative Wirkungen wie Mundtrockenheit, Appetitverlust und Verstopfung einhergingen, berichtet die Frauen bei der Akupunktur von positiven Begleiteffekten. Sie betrafen den Erhalt der Libido und der Lebensenergie sowie eine Klarheit im Denken und ein allgemeines Wohlgefühl", ergänzt der niedergelassene Frauenarzt. „Die Akupunktur scheint offenbar eine medizinisch-gleichwertige Alternative zur Therapie mit dem Antidepressivum zu sein, um die Nebenwirkungen des Östrogenentzugs abzumildern."



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